Sie sind hier: Startseite München Lokale Wirtschaft
Weitere Artikel
Bayerische M+E-Industrie

Insolvenzen 2009 um 60 Prozent gestiegen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der bayerischen M+E-Industrie ist im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um über 60 Prozent auf jetzt 183 gestiegen.

Während und nach der letzten Rezession in den Jahren 2003 bis 2005 lag die Zahl der Insolvenzen höher. Von den Insolvenzen in der bayerischen M+E-Industrie waren im letzten Jahr knapp 6.000 Beschäftigte betroffen. Im Jahr zuvor war es noch knapp die Hälfte.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metallarbeitgeberverbände bayme und vbm: „Das Jahr 2009 war ein extrem hartes Jahr für die bayerische Metall- und Elektroindustrie. Auftragseingang, Produktion und Exporte sind zwischenzeitlich um bis zu 30 Prozent gefallen. Auch anhand der Insolvenzzahlen zeigt sich, wie wichtig es war, beim aktuellen Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie zunächst auf Kostenstabilität zu setzen.“ Mit einem Rückgang der Insolvenzzahlen in diesem Jahr rechnet Brossardt nicht. Die Krise in der bayerischen M+E-Industrie sei noch lange nicht beendet. Außerdem habe die Beschäftigungssicherung die finanziellen Reserven vieler Firmen aufgezehrt.

Der Hauptgeschäftsführer fordert, dem Anstieg der Firmeninsolvenzen entgegenzusteuern: „Im Kern gesunde Firmen müssen besser vor Insolvenzgefahren geschützt werden. Die aktuellen Abschreibungsregelungen benachteiligen ausgerechnet jene Unternehmen, die in den vergangenen Jahren stark investiert haben. Sie laufen Gefahr, dass ihre Bilanzen eine Überschuldung aufweisen, die real-ökonomisch nicht gerechtfertigt ist. Diese Überschuldung kann aber letztendlich zur Insolvenz führen. Das ist absurd.“

Um diese Insolvenzen zu verhindern, müssen laut Brossardt die Abschreibungsregeln für Sachanlagen vorübergehend an die reale Wirtschaftslage der Betriebe angepasst werden. „Ein gesundes Unternehmen, das im Jahr 2009 oder 2010 einen Umsatzeinbruch von über 15 Prozent gegenüber 2008 zu verzeichnen hat, sollte auf zwei Jahre begrenzt seine Abschreibungen auf Sachanlagen halbieren können. Diese nicht ausgewiesenen Wertminderungen würden auf ein Sonderkonto gebucht und erst nach Ablauf der zwei Jahre abgeschrieben. So werden die Bilanzen an die tatsächliche wirtschaftliche Lage des Unternehmens angepasst und die Verschuldung entsprechend sachgerecht vermindert. Zugleich kann dies auch die notwendige Kreditvergabe an die betroffenen Firmen erleichtern“, so Brossardt weiter.

(vbw)


 


 

Metallindustrie
Elektroindustrie
Insolvenzen
Exporte
Abschreibungsregeln

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Metallindustrie" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: