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Mückenmittel

Einige Mückenmittel bieten zuverlässig Schutz

Mit dem Frühling beginnt die Saison für Stechmücken – und für Anti-Mücken-Mittel. Von 21 Mitteln im Test ist nur jedes dritte „gut“. Manches, was der Markt bietet, ist sogar völlig wirkungslos. Die wirk­samsten Mückenmittel im Test halten die Plage­geister aber für mehrere Stunden zuverlässig fern.

Hausmücke: Bis zu acht Stunden Ruhe

Fachleute nennen Mückenmittel „Repellent“. Das kommt vom lateinischen Verb repellere: vertreiben. Ein Name, ein Programm: Mückenmittel sollen sowohl gewöhnliche Hausmücken als auch Gelbfieber- und Malariamücken zuverlässig für mehrere Stunden fern halten. Vor Gelbfieber und Malaria muss sich in Deutschland niemand fürchten. Hierzulande rauben Mücken lediglich den Schlaf oder die gute Laune beim Grillfest. Meistens handelt es sich dabei um dämmerungs- und nachtaktive Culex-Arten. Vor der Hausmücke Culex quinquefasciatus schützten die meisten Mückenmittel im Test „gut“ bis „sehr gut“. Die besten halten die Plage­geister im Schnitt sogar acht Stunden fern – das reicht für eine geruhsame Nacht.

Gelbfiebermücken: Mittel geraten an Grenzen

Bei der Gelbfiebermücke Aedes aegypti kamen dagegen viele Mückenmittel an ihre Grenzen, nur jedes dritte erwies sich bei ihr als „gut“ oder „sehr gut“ wirksam. Die Gelbfiebermücke ist in den Tropen und Subtropen zuhause, sticht aber mittlerweile auch gern in Südeuropa zu. Aedes aegypti kann Virusinfektionen wie Gelbfieber und Dengue-Fieber übertragen. Weil sie tagsüber jagt und daher oft verscheucht wird, ist sie aggressiver als die Hausmücke, die ihre Opfer meist im Schlaf überfällt.

Malariamücken: Beste Mittel schützen auch hier

Mittel, die tagaktive Mücken weniger als drei Stunden fernhalten, sind für Malariagebiete dagegen ungeeignet. Konnte ein Repellent die aggressive Gelbfiebermücke länger als drei Stunden vom Stechen abhalten, haben die Tester das Mittel auch an der Malariamücke Anopheles gambiae geprüft. Ebenso wie alle Repellents, die auf der Verpackung einen Schutz gegen Malaria ausloben. Meist bieten sie einen „guten“ bis „sehr guten“ Schutz vor Stichen der Malariamücke.

Ätherische Öle oft wirkungslos

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt: Es stehen verschiedene Wirkstoffe zur Wahl. Die beste Wirksamkeit im Test zeigte Diethyltoluamid, kurz DEET. Der Stoff ist in Konzentrationen von 30 bis 50 Prozent in Anti Brumm Forte, Care Plus und Nobite enthalten. Alle drei schützen zuverlässig zwischen fünf und acht Stunden vor tag- und nachtaktiven Mücken und vor Malariaüberträgern. Fast ebenso erfolgreich ist der Wirkstoff Icaridin, enthalten in Autan, Azaron, Ballistol und Parazeet. Die Wirksamkeit hält aber bei tagaktiven Mücken nicht so lange an. Am schlechtesten schützen ätherische Öle. Deren Wirkung war im Test teilweise gleich null.

Männchen friedlich, Weibchen stechen

Mückenmännchen sind friedlebende Vegetarier: Sie ernähren sich von Pflanzensaft. Nur Mückenweibchen stechen – sie brauchen das Blut zur Entwicklung ihrer Eier. Ein Repellent muss also auch nur sie in die Flucht schlagen. Angelockt werden Mückenweibchen von Milch- und Fettsäuren im Schweiß. Wie Anti-Mücken-Mittel wirken, ist noch nicht genau geklärt. Möglicherweise verändern wirksame Repellents den Körpergeruch so, dass Insekten das Weite suchen. Für Menschen riechen die Mittel meist nicht unangenehm. Ausnahme: das T3 Djungel Deo – das allerdings vertreibt Mücken nur mäßig und ist insgesamt sogar nur mangelhaft.

Repellents reizen Augen und Schleimhäute

„Gute“ Gesundheitseigenschaften hat allein Autan Family Care – für Menschen mit empfindlicher Haut und für Kinder sicher eine Empfehlung. Augen und Schleimhäute reizen aber alle Repellents – mal weniger, mal mehr. Das ist der Preis, den zahlen muss, wer in Ruhe gelassen werden möchte. Auch ätherische Öle haben meist ein hohes schleimhautreizendes Potenzial und können zum Teil allergische Reaktionen auslösen. Vor allem aber hochdosierte DEET-Produkte sind bei häufiger Anwendung nicht unbedenklich.

Tipps:

Keiner der in Repellents verwendeten Wirkstoffe ist vollständig frei von Nebenwirkungen: Reizungen von Augen, Schleimhäuten und seltener auch der Haut sind möglich, ebenso aller­gische Reaktionen. In unseren Breitengraden ist eine dauerhafte Anwendung von Anti-Mückenmitteln deswegen nicht sinnvoll – und auch nicht nötig.

  • Schutz ohne Mückenmittel

Kleidung. Tragen Sie draußen weite, feste und helle Kleidung, die dicht abschließt. Mücken landen gern auf dunkler Kleidung und durchstechen enganliegende Stoffe. Hüte mit Moskitonetz schützen Gesicht und Kopf.

Fenstergaze. Feinmaschige Fliegengitter vor dem Fenster halten Mücken wirkungsvoll draußen. Synthetikgaze ist strapazierfähiger als feuchteempfindliche Baumwollnetze. Fenstergaze mit Klettbefestigung können Sie auch mit in den Urlaub nehmen.

Moskitonetze. Glockenartig überm Bett angebracht, die Ränder unter die Matratze gestopft, halten Moskitonetze Mücken fern. Hierzulande reicht eine Maschenweite von 2 Millimetern.

Brutstätten. Decken Sie Regentonnen mit Fliegen­gaze ab und waschen Sie Vogeltränken alle zehn Tage aus. Mückenweibchen legen ihre Eier in stehenden Gewässern ab.
* Kinder. Schützen Sie Babys mit Kleidung und Netzen. Auf Babyhaut haben Repellents nichts zu suchen. Sie eignen sich eher für Kinder ab drei Jahren: Anleitung beachten.

  • Schutz mit Mückenmittel

Reisen. Nehmen Sie Repellents von zuhause mit. Oft enthalten Produkte aus anderen Ländern bedenkliche Stoffe in hoher Konzentration.

Einreiben. Sprühen Sie das Mittel in die Hand und reiben Sie unbedeck­te Hautstellen vollständig ein. Mü­cken finden jede noch so kleine Lücke. Vermeiden Sie den Kontakt mit Augen und Schleimhäuten. Wer stark schwitzt, sollte öfter nachlegen.

Malaria. In Epidemiegebieten sind schützende Kleidung und ein wirksa­mes Repellent Pflicht. Halten Sie sich während der Dämmerung und nachts in geschlossenen Räumen auf. Fenster sollten mit Gaze bespannt sein. Schlafen Sie unter einem Moski­to­netz, Ma­schenweite 1 bis 1,2 Millime­ter. Holen Sie vor Reisen in Malariagebie­te ärztlichen Rat zu Medikamenten ein (Prophylaxe oder „Standby“).

  • Alternativen meist wirkungslos

Biozidverdampfer verbreiten Insektizide im Raum, die Mücken töten. Die strombetriebenen Geräte wirkten im Test 06/2004 „gut“, sind aber nicht unproblematisch. Die Wirkstoffe, meist Pyrethroide wie Allethrin und Transfluthrin, werden über Stunden im Raum verdampft. Sie können Schleimhäute und Augen reizen. In geschlossenen Räumen sollten Sie Biozide nur sehr sparsam und nur bei sehr starker Mückenplage oder in Epidemiegebieten eingesetzen. Schwerflüchtige Pyrethroide wie Permethrin kommen oft als Imprägnierung von Moskitonetzen und Kleidung zum Einsatz, ihre Wirkung soll laut Anbietern mehrere Tage bis Monate anhalten.

Gartenfackeln, Teelichter, Armbänder für Jogger, Öllampen oder andere Produkte, die als Wirkstoff äthe­rische Öle verbreiten, zeigten sich im Test 06/2004 allesamt wirkungslos. Auch gesundheitlich sind die Naturstoffverdampfer nicht unbedenklich.

Ultraschallgeräte sollen Mücken akustisch vertreiben. Zahlreiche Studien haben die Wirkungslosigkeit solcher Geräte bewiesen. Auch im Test 06/2004 fielen sie durch, ebenso im aktuellen Schnelltest: Mückenschutz von Norma.

UV-Licht-Fallen, in denen Insekten per Elektroschock getötet werden, wirken auf Mücken wenig anziehend. Stattdessen sterben viele Nützlinge in den Fallen.

Die Einnahme von Vitamin B1 soll menschliche Körperduftstoffe für Mücken unattraktiv machen. Das ist ebenso umwirksam wie Knoblauch essen oder Alkohol trinken.

Hausmittel wie Zitronenmelisse, Tomaten- oder Basilikumpflanzen auf der Fensterbank sind zwar schön, vertreiben aber Mücken nicht. Auch Licht auszumachen hilft wenig. Mücken orientieren sich vor allem an Körperdüften und dem Kohlendioxidanstieg durch ausgeatmete Luft.

(Stiftung Warentest)


 


 

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