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Der Rubel rollt

Bach hofft bei München 2018 auf positives Ergebnis

Falls München Gastgeber der Olympischen Spiele 2018 wird, rollt der Rubel. Mit mindestens einer "schwarzen Null", wahrscheinlich aber einem ordentlichen Gewinn rechnet IOC-Vizepräsident Thomas Bach im Falle eines Zuschlags für die bayerische Landeshauptstadt.

Auf den ersten Blick mag das Gesamtbudget von 3,38 Milliarden Dollar (2,33 Milliarden Euro) erschrecken, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wurde die Finanzplanung der Münchner Bewerbung aber schon als "sehr konservativ" gelobt.

Zumal der große Gegenspieler Pyeongchang/Südkorea mit 7,83 Milliarden Dollar (5,39 Milliarden Euro) über das Doppelte eingeplant hat und selbst Annecy mit 4,35 Milliarden Dollar (2,99 Milliarden Euro) klar über den Münchner Ausgaben liegt.

Großes Potenzial bei Sponsoring -Einnahmen

"Ich rechne mit einer Zahl, die es rechtfertigt, von einem positiven Ergebnis zu sprechen", sagte Bach vor der Entscheidung über den Gastgeber der Winterspiele 2018 am Mittwoch im südafrikanischen Durban. Vor allem in puncto Sponsoring-Maßnahmen, die bisher mit 511 Millionen Dollar kalkuliert wurden, sei Luft nach oben: "Da haben wir großes Potenzial, schließlich ist Deutschland der wichtigste Sponsoring-Markt im Wintersport weltweit." Über die Hälfte der Einnahmen der internationalen Wintersportverbände stammen aus Deutschland - dieses Argument beeindruckt viele IOC-Mitglieder.

Auch an Zuschüssen für den Olympia-Ausrichter 2018 durch das IOC seien mehr als die bisher bezifferten 500 Millionen Dollar zu erwarten. Dass die Winterspiele 2018 bei der Vergabe der Rechte an die US-Fernsehanstalten um rund 200 Millionen höher bewertet wurden als die Spiele vier Jahre zuvor in Sotschi, stimmt Bach zuversichtlich.

Bewerbungsbudget fast refinanziert: "Hervorragendes Ergebnis"

Auch Kritik an der Kalkulation des Bewerbungsbudgets lässt Bach nicht gelten. Zwar konnten nur 27 der veranschlagten 33 Millionen Euro durch Sponsoren refinanziert werden, das sei allerdings mehr als geplant: "Diese Bewerbung hat einen so hohen Anteil an Sponsorenmitteln eingeworben, wie das in den vergangenen Jahrzehnten außerhalb der USA keiner anderen Bewerbung gelungen ist", sagte Bach der Nachrichtenagentur dapd. 80 Prozent der Summe seien bereits refinanziert, dazu könne man Freistaat und Kommunen nur gratulieren: "Das ist ein hervorragendes Ergebnis", lobte Bach. Das Budget soll zudem nicht voll ausgeschöpft werden.

Insgesamt plant München 2018 mit einem Budget des Organisationskomitees (OCOG-Budget) von 1,52 Millionen Dollar. Die größte Summe (387 Millionen Dollar) ist für die Verwaltung veranschlagt, 370 Millionen für Olympische Dörfer und andere Einrichtungen in den Austragungsorten München, Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land. 250 Millionen Dollar entfallen zudem auf die technische Organisation der Spiele, der Rest verteilt sich unter anderem auf Kosten für Arbeitskräfte (140) und Transport (95) sowie die Organisation der Paralympischen Spiele (86) und des Kulturprogramms (73).

IOC, Sponsoren und Regierungen decken Summen zum Großteil

Neben dem IOC sollen einheimische Sponsoren die Summe decken, aber auch Ticketverkauf, Lizenzierung und finanzielle Unterstützung der Regierung ihren Teil beitragen. Auch den Großteil des mit 1,86 Milliarden Dollar veranschlagten Budgets für Infrastruktur und Neubauten (Non-OCOG-Budget) sollen Bund und Länder tragen. Allerdings soll auch dieses Geld laut einer Studie von Professor Holger Preuss von der Universität Mainz wieder mehr als hereinkommen - durch Olympia würden in einem Zeitraum von 18 Jahren zusätzliche Einnahmen von 162 Millionen Euro jährlich generiert.

741 Millionen Dollar werden für Verkehrsprojekte wie unter anderem dem Bau des Wanktunnels in Garmisch-Partenkirchen investiert, 278 Millionen Dollar sollen die drei Olympischen Dörfer kosten. Auch weitere Unterkünfte (270), Sport- und Trainingsstätten (160), Umweltprojekte (114) und das Dorf für Medienvertreter (113) sind einkalkuliert.

Die Finanzen von München 2018 in Zahlen

  • Die Gesamtbudgets der Bewerbungen: München: 3,38 Milliarden Dollar; Pyeongchang: 7,83 Milliarden Dollar; Annecy. 4,35 Milliarden Dollar.
  • Budget des Organisationskomitees (OCOG-Budget): München: 1,52 Milliarden Dollar; Pyeongchang: 1,53 Milliarden Dollar; Annecy: 1,85 Milliarden Dollar.
  • Aufteilung OCOG-Budget München: Technische Maßnahmen (250 Millionen Dollar), Arbeitskräfte (140), Einrichtungen wie Dörfer etc. (370), Kultur und Zeremonien (73), Transport (95), Paralympische Spiele (86), Werbemaßnahmen (48), Organisation (384), Notfallrücklage (76)
  • Deckung OCOG-Budget München: IOC (373 Millionen Dollar), IOC Top-Sponsoren (168), Sponsoren (511), Ticketverkauf (208), Lizenzierung (36), Regierungsgelder (41), weitere Geldgeber (185)
  • Budget für Infrastruktur und Neubauten (Non-OCOG-Bugdet): München: 1,87 Milliarden Dollar; Pyeongchang: 6,3 Milliarden Dollar; Annecy: 2,5 Milliarden Euro.
  • Aufteilung Non-OCOG-Budget München: Transport (741 Millionen Dollar), Sportstätten (160), Unterkünfte (270), Olympische Dörfer (278), Dorf für Medienvertreter (113), Umweltprojekte (114), Sicherheit (57)

(dapd-bay)


 


 

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