Weitere Artikel
Verlust bei Münchener Rück

Naturkatastrophen in Asien kosten Rückversicherung 2,7 Milliarden Euro

Die Naturkatastrophen in Japan und Australien haben die Münchener Rückversicherung tief in die roten Zahlen gerissen.

Die Schäden kosteten den weltweit größten Rückversicherer Münchener Rück bisher 2,7 Milliarden Euro, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München. Deshalb werde das Ergebnis des ersten Quartals "deutlich negativ ausfallen". Aber er erwarte, "das Jahr 2011 mit einem Gewinn abzuschließen".

Der geplante Aktienrückkauf im Volumen von einer halben Milliarde Euro wurde allerdings auf Eis gelegt. "Die Hurrikan-Saison liegt ja noch vor uns", erklärte Bomhard. Da wolle er nicht mit "großmundigen Versprechungen eines Aktienrückkaufs" Zweifel an der Kapitalstärke des Unternehmens wecken. Der Aktienkurs legte bis Mittwoch nachmittag leicht zu.

Das Erdbeben und der Tsunami am 11. März in Japan seien "die weltweit schwerste Naturkatastrophe aller Zeiten" gewesen, sagte Bomhard. Sie koste die Münchener Rück, die auch unter Munich Re firmiert, 1,5 Milliarden Euro vor Steuern. Das Erdbeben und die Überschwemmungen in Australien und Neuseeland schlagen mit weiteren 1,1 Milliarden Euro zu Buche. Die Belastung durch Naturkatastrophen im ersten Quartal ist damit zehnmal so hoch wie in einem Durchschnittsjahr.
Kräftige Preiserhöhungen

Die Katastrophen führten jedoch zu einer höheren Nachfrage nach Versicherungsdeckung und in der Folge zu Preissteigerungen um bis zu 50 Prozent, wie Asien-Vorstand Ludger Arnoldussen erklärte. Bei Preiserhöhungen "sind wir ganz vorne dabei", sagte Bomhard. Zudem machten die zum Münchener Rück gehörenden Ergo-Erstversicherungen steigende Gewinne. "Alles in allem bin ich daher zufrieden mit der Entwicklung der Gruppe", sagte Bomhard. An der Dividendenerhöhung auf 6,25 Euro halte die Münchener Rück fest, sagte er unter großem Beifall der versammelten Aktionäre.

Im vergangenen Jahr hatte die Münchener Rück 2,43 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Das Ziel, dies auch 2011 wieder zu schaffen, hatte die Munich Re sofort nach dem Beben in Japan gekippt. "Wir machen keine Dummheiten", nur um die Kapitalrendite "irgendwie herzubringen", betonte Bomhard.

Drei Milliarden Euro in wackligen Staatsanleihen

Aus den wackligen Euro-Staaten Griechenland, Irland und Portugal hat die Munich Re Staatsanleihen für drei Milliarden Euro im Depot. Das seien aber nur zwei Prozent der festverzinslichen Anlagen, betonte Bomhard. Er sehe keine Gefahr für Spanien und halte die Domino-Theorie nacheinander fallender Staaten für falsch.

Aktionärsschützer lobten Bomhards Kurs. "2010 war ein gutes Jahr", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und forderte ihn auf: "Bleiben Sie bei dieser guten Mischung." Auch Klaus Schneider, Vorsitzender des Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), lobte den Vorstand.

(dapd-bay Anna Ringle-Brändli)


 


 

Munich Re
Münchener Rück
Asien
Nikolaus von Bomhard
Naturkatastrophen
Japan
Australien
Tsunami
Erdbeben
Rückversicherer
Preiserhöhungen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Munich Re" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: