NFC
Der Mehrwert von Near Field Communications in der Praxis
München. Zurzeit laufen unterschiedliche Pilotprojekte, um die diversen Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis zu testen. Die Deutsche Bahn hat beispielsweise ein Projekt (Touch & Travel) mit 3.000 Testkunden gestartet, um NFC als Zahlungsmittel im Alltag zu untersuchen und auch BMW sucht nach dem personalisierten "Schlüssel".

Zurzeit laufen zahlreiche Pilotprojekte, um die diversen Anwendungsmöglichkeiten von NFC in der Praxis zu testen. ©rumxde pixelio.de
So wurden ausgewählte Bahn-Kunden mit einem Handy ausgestattet, welches einen NFC Chip hatte, um es als Zahlungsmittel im Fernverkehr, sowie im Verkehrsbereich Berlin/ Potsdam einzusetzen. Ferner kooperiert die Bahn mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund, der einen ähnlichen Piloten gestartet hat.
Jederzeit einsteigen und einfach am Monatsende bezahlen
Die Teilnehmer des Pilotprojekts können sich mit ihrem Mobiltelefon vor Reiseantritt an einem so genannten Touchpoint anmelden und bei Reiseende entsprechend abmelden. Im Touchpoint ist ein passiver Chip integriert, der alle relevanten Standortinformationen enthält. Diese Daten werden vom Mobiltelefon abgefragt. Basierend darauf berechnet das System im Hintergrund die Fahrtstrecke und hintelegt diese mit einem Reisepreis. Zusatzinformationen wie Bahn Card Inhaber, Nutzung von 1. oder 2. Klasse können im Kundenportal hinterlegt werden und werden dann automatisch bei der Preisberechung beachtet. Bei der Ticketkontrolle nimmt das NFC-Mobiltelefon eine passive Rolle ein und kann mit entsprechenden Lesegeräten ausgelesen werden. Die Abrechnung erfolgt dann monatlich. Der Kunde erhält alle Daten wie Fahrtstrecken, Einzelpreise und so weiter. Vorteil für die Kunden ist die einfache Bedienung, die erhöhte Flexibilität und vor allem die Steigerung des Komforts, da Auseinandersetzungen mit Tarifen wegfallen, da dieses das System automatisch erledigt.

Simon Schoop ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung 4-advice | Change & Innovation Consulting.
Fahrer an KITT, Fahrer an KITT!
Ein weiteres NFC-Projekt wird zurzeit von BMW initiiert. In einem Forschungsprojekt geht es darum, mögliche Anwendungsszenarien von NFC in Autoschlüsseln zu testen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Punkte E-Ticketing, Anzeige von Fahrzeugdaten und Personalisierung. So bietet der BMW Key eine bidirektionale Kommunikation mit dem Fahrzeug. Der Kunde hat dadurch auch außerhalb des Fahrzeugs Zugriff auf Daten wie Schließzustand des Wagens, Tankfüllstand, Service Daten und so weiter. Über ein NFC-Mobiltelefon können diese Daten dann ausgelesen werden und dem Kunden angezeigt werden.
Welche Zukunft hat NFC ?
Auch eine sinnvolle Personalisierung des Schlüssels ist möglich. So können dort Zugangsberechtigungen zu Miet- oder Firmenwagen gespeichert werden, sowie persönliche Einstellungen wie zum Beispiel die Sitzposition. Der Autofahrer kann so trotz Nutzung unterschiedlicher Wagen stets auch auf die gleichen Konfigurationen zurück greifen.
Die NFC Technologie bietet wie beschrieben zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, die den Alltag der Menschen komfortbaler gestalten können. In naher Zukunft werden weitere Pilotprojekte gestartet, um das ganze Potential dieser Technologie zu evaluieren. Es wird sehr spannend sein, zu beobachten, wie sich NFC weiter entwickelt und welche Anwendungsszenarien dann in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden.
Die Unternehmensberatung 4-advice | Change & Innovation Consulting, setzt sich intensiv mit neuen Technologien wie NFC und deren Anwendungsszenarien auseinander.
(Simon Schoop)
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