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Thyssen/Transrapid

Neue Hoffnung für den Transrapid - Münchner Ingenieurbüro als Hauptauftragnehmer für Trasse im Iran

Für die deutsche Transrapid-Technologie gibt es neue Hoffnung. Das Münchner Ingenieurbüro Schlegel wurde vom Iran als Hauptauftragnehmer für eine 800 Kilometer lange Strecke benannt. Es will nun versuchen, die Firmen Siemens und ThyssenKrupp als Inhaber der Transrapid-Patente und Lizenzen mit ins Boot zu holen.

An die Bundesregierung appellierte Schlegel-Sprecher Hansjörg Klein am Donnerstag, die Trasse nicht aus politischen Erwägungen zu blockieren. "Der Transrapid ist kein gefährliches Gut", betonte Klein. Unterdessen wurde bekannt, dass die Transrapid-Teststrecke im niedersächsischen Lathen wieder für Besucherfahrten mit potenziellen
Investoren geöffnet wurde.

Die iranische Trasse soll die Hauptstadt Teheran mit der Pilgerstadt Mashad verbinden. Derzeit verkehren hier nach iranischen Angaben pro Jahr rund 20 Millionen Reisende. Die Fahrzeit für die Busse betrage hier momentan knapp zwei Tage und für herkömmliche Züge fast neun Stunden. Der Transrapid soll lediglich drei Stunden
benötigen. Mashad ist ein wichtiger schiitischer Wallfahrtsort.

Schlegel-Sprecher Klein argumentierte, die deutschen Steuerzahler hätten viel Geld in die jahrzehntelange Entwicklung der Magnetschwebetechnologie gesteckt. Nun gebe es die Chance, einen Teil der Summe wieder hereinzuholen. Das Projekt im Iran habe einen Umfang von etwa zwölf Milliarden Euro. In acht Jahren soll die 800 Kilometer
lange Strecke bereits fertig sein. Finanziert wer,projektden soll das Projekt laut Klein von Saudi-Arabien und Iran. Dabei wird der iranische Staat die Infrastruktur wie zum Beispiel Kraftwerke und Bahnhöfe sowie den Erwerb der nötigen Grundstücke für die Trasse übernehmen. Die Vertragsunterzeichnung fand am Dienstag, 26.05.09 im Iran statt.

ThyssenKrupp-Sprecher Werner Bechtel sagte: "Uns ist von einem Vertrag mit dem Iran nichts bekannt." Über mögliche Chancen für eine Mitwirkung an dem Projekt wollte er sich nicht äußern. Siemens-Sprecher Peter Gottal betonte: "Wir kennen das Projekt nicht. Mit uns hat niemand gesprochen." Seiner Kenntnis nach werde die
Bahnstrecke von Teheran nach Mashad aber gerade elektrifiziert. Das klinge nicht so, als ob dort ein Transrapid geplant werde.

Klein betonte, notfalls ließe sich das Projekt auch mit chinesischer Unterstützung bewerkstelligen. "Die Chinesen klopfen schon an." Aus deutschen Branchenkreisen hieß es dazu: "Die Chinesen sind derzeit technisch noch gar nicht in der Lage, einen Transrapid zu bauen - und die Lizenzen haben sie auch nicht."

Die Betriebserlaubnis der norddeutschen Teststrecke, zweieinhalb Jahre nach dem schweren Unfall dort, beschränkt sich "auf einzelne Interessenten und Wirtschaftsdelegationen", wie ein Sprecher des niedersächsischen Verkehrsministeriums sagte. Mögliche Käufer sollten die Chance bekommen, die Magnetschwebebahn in voller Fahrt zu erleben. Am 22. September 2006 waren bei dem Zusammenstoß eines Transrapid mit einem Werkstadtwagen 23 Menschen ums Leben gekommen.

Das letzte deutsche Transrapidprojekt zwischen Hauptbahnhof und Flughafen in München war im März 2008 gescheitert. Die rund 37 Kilometer lange und zunächst auf rund 1,85 Milliarden Euro kalkulierte Strecke wurde wegen der ausufernden Baukosten verworfen.

ddp/ume/kos

(Redaktion)


 


 

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