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Strafvollzug

Neues Konzept für mehr Sicherheit in Gefängnissen!

Da werden Schokoriegel zum Drogenschmuggel missbraucht und ein Holzkreuz wird durch einen Handgriff zur gefährlichen Stichwaffe umfunktioniert. Nach Ansicht des Gefängnisexperten Gerhard Walter bringt der große Einfallsreichtum von Häftlingen in Justizvollzugsanstalten ein enormes Risiko für die Wachleute mit sich. Ein neues Konzept der bayerischen Justiz soll jetzt in den Gefängnissen für mehr Sicherheit sorgen.

Bisherige Schutzmaßnahmen wie der Einsatz von Drogenspürhunden,
Sonderausbildungen für Beamte oder sogenannte Herzschlagdetektoren an
Gefängnisportalen werden dabei in einem neuen System zusammengefasst, wie die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) am Mittwoch sagte. In einem Intranet-Sicherheitsportal könnten die Vollzugsbeamten zudem untereinander Informationen und Erfahrungen austauschen.

Wenn ein Beamter ein selbst gemachtes, zum Ausbruch gedachtes Seil in einem Sportraum findet, könnte er unmöglich alle Insassen in einem großen Gefängnis überprüfen, schilderte Justizvollzugsleiter Frank Alroth. Im Intranet könnte er sich aber mit anderen Vollzugsanstalten über die Situation austauschen und am Ende beispielsweise eine Überprüfung der Anstaltswerkstatt empfehlen. Wenn tatsächlich eines der Werkzeuge fehlen sollte, müssten nur noch die Zellen der dort angestellten Arbeiter durchsucht werden. Auch hierfür gebe es dann Online-Empfehlungen, beispielsweise das Abklopfen von Zellenwänden, sagte Alroth.

Das von Experten erarbeitete Konzept verfolgt den Angaben zufolge außerdem einen gefahrenorientierten Ansatz. Es frage danach, mit welchen Risiken die Beamten im Strafvollzug konfrontiert sein könnten und erarbeitet die geeigneten Gegenmaßnahmen. So könne man sich zum Beispiel konkreten Risiken wie der Ausbruchsgefahr widmen, erläuterte Merk.

Grund für die Ausarbeitung des neuen Konzepts ist laut Merk auch die Überlastung der Vollzugsanstalten. Auf rund 11 800 Haftplätze kommen nach Angaben der Justizministerin über 12 300 Gefangene. Sowohl die Gefahr von Drogenhandel, von psychischen Störungen und von Ausbrüchen bestehe also ständig. Es sei deshalb wichtig, dass das neue Sicherheitskonzept bisher isolierte Sicherheitsmaßnahmen miteinander verbinde und so die Effektivität steigere.

Eine eigens für Sicherheitsfragen zuständige Expertenkommission hatte die neuen Handlungsstrategien und Empfehlungen für die bayerischen Justizvollzugsanstalten ausgearbeitet. Mitglieder sind laut Merk unter anderem Beamte aus dem Justizministerium, der Leiter des Justizvollzugs, mehrere Anstaltsleiter und Mitarbeiter der Fachdienste.

(Redaktion)


 


 

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