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Münchner Unternehmer in New York City

„Die ganze Welt ist on sale!“

Ludwig Kuttner ist erfolgreicher Unternehmer und Investor. Neben seinem beruflichen Erfolg überzeugt der Münchner mit seinem exzentrischen Stil, der sogar Scharfrichterin der Modebranche, Anna WIntour, überzeugt. Ein Porträt über einen Mann, für den Wirtschaftskrise ein Fremdwort ist und der mit seinem Kleidungsstil sogar Prinz Charles verzaubert.

Der vierte Stock des Gebäudes 242 in der West 38th Street, befindet sich inmitten des Fashion District. Schaut man aus der großen Fensterfront des mit Neonlicht durchfluteten Raumes, sieht man dunkle Backsteingebäude mit ebenso tristen Fenstern. Der Himmel ist, wie so oft in New York, nicht zu sehen. Lässig sitzt Ludwig Kuttner zurückgelehnt auf dem cremefarbenen Ledersofa der provisorisch errichteten Lobby im Showroom von „AVA Design“, der Holding Company mit zwei Modelinien: Ava Knits und Madison Hill. Er bringt Farbe ins Spiel. Sieht man sich den 63-Jährigen genau an, weiß man, dass nichts dem Zufall überlassen wurde. Die rot-braun karierten Socken wurden mit ebenso viel Liebe ausgewählt, wie die kunterbunte Fliege, die er heute zu rosa-gestreiftem Hemd und roter Hose trägt. „Am liebsten kaufe ich meine Kleidung auf dem Flohmarkt“, sagt der Gründer und chairman von „AVA Design“. „Genau die Sachen, die übrig bleiben. Die, die keiner will, weil sie zu verrückt sind“, erklärt der große Mann mit der sanften Stimme. Der bayerische Akzent macht ihn dabei so sympathisch, wie der minimale deutsche Akzent, der ihm geblieben ist, wenn er ins Englische wechselt.

Ludwig Kuttner liebt Farben und meidet konventionelle Kleidung. „Wenn der Dresscode Smoking ist, dann muss ich sagen, dass ich leider keinen habe“, sagt Kuttner und lacht. Er schaut auf das Bild, das ihm gegenüber an der Wand hängt. Es zeigt ein prächtiges Anwesen, inmitten einer wunderschönen grünen Landschaft. „Dazu gibt es eine Geschichte“, erklärt er und schmunzelt. „Das Bild habe ich von Prinz Charles bekommen. Ich bin einer der Gründer der „New York Academy of art“ und Charles hat ein ähnliches Projekt in Europa. 2004 habe ich ihm bei einem Bildungsprojekt geholfen, woraufhin er mich übers Wochenende in sein Landhaus, Highgrove House, einlud. Dass es einen Dresscode gab, hatte ich schlichtweg vergessen! Als wir beim Anwesen ankamen, stürmte der Protokollant auf mich zu und beschwerte sich über das wilde Muster, das ich trug. Dann kam Charles. Das erste, was er sagte war ´Fantastic! I love your suit!´. Der Protokollant sah nur verdutzt zu“, erzählt Kuttner und lacht herzlich. Die blauen Augen leuchten.

Sein extravaganter Stil entging auch Anna Wintour nicht, als sie Ludwig Kuttner und seine Frau, die Künstlerin Beatrix Ost, in einem Artikel zu den bestgekleidetsten Paaren in New York City erklärte.

Sein Kleidungsstil ist exzentrisch, sein Lebensstil erfolgreich. Der 1946 in München geborene Unternehmer pendelt zwischen New York City und Charlottesville, Virginia, wo er mit seiner Frau auf einem von Thomas Jefferson erbauten Anwesen wohnt. Das Paar, das sich in München kennengelernt hat, ist seit 1981 verheiratet. Gemeinsam haben sie drei Kinder und acht Enkelkinder.

Ursprünglich sollte Kuttner Jurist werden. „Mein Vater war Jurist, deshalb hab ich´s auch studiert. Das machte man eben so. Allerdings hat es mich nicht sonderlich interessiert. Ich habe dann angefangen, nebenher als Immobilienmakler zu arbeiten und Projekte in München zusammenzustellen.“ Projekte, wie zum Beispiel den Asamhof oder den Euro-Industriepark, an denen der Münchner aktiv beteiligt war.

1977 verschlug es Ludwig Kuttner nach New York, wo er in die Hampshire Group investierte und diese somit vor dem Ruin rettete. „Als ich kam, war die Firma pleite. Als ich ging, war es eine 360.000.000 $ Company.“ Der Abgang kam 2006, als man sich nicht mehr einig war. „Ich habe Hampshire aufgebaut, wollte eine gesunde Firma haben. Doch Hampshire wollte eine große Firma. Groß, groß, groß. Sie wollten wachsen und ich habe versucht klarzumachen, dass es keinen Sinn hat zu wachsen. Da wollten sie mich raus haben und haben mir die Tochtergesellschaft „Hampshire Investments“ für nichts verkauft.“
Neben der Investmentfirma „Hampshire Investments“ besitzt Kuttner heute die Investmentsfirma „K Holdings“. Er ist Gründer und chairman von „AVA Design“ und der CEO von „Virginia electronics“. Auch dem Immobilienwesen ist er treu geblieben und betreut Immobilienprojekte überall auf der Welt.

Krise ist für den Geschäftsmann ein Fremdwort. „Als ich Ende der 70er Jahre mit Hampshire angefangen habe, herrschte große Finanzkrise. Die Firma war pleite und hatte unglaublich viele Schulden, doch wir haben Stück für Stück gearbeitet. Es waren 40 Menschen, die dort tätig waren und wir haben beschlossen, es zu zehnt zu machen. Jeder arbeitet doppelt so viel und dann ist der Job gesichert. Ich glaube es ist im Grunde immer schwer. Jeder behauptet doch, dass es „heute“ schlecht läuft und nicht mehr so ist, wie es einmal war. Die Wirtschaft geht immer rauf und runter.“ Im Boom sei es natürlich immer einfacher, aber da müsse man auch vorsichtiger sein, weiß Kuttner. „Wenn die Wirtschaft unten ist, muss man mutig sein. Für mich ist dieses Jahr das beste, das ich seit langem hatte. 2009 kann „Ava Design“ 10 Millionen Dollar Umsatz verbuchen. In der Wirtschaftskrise sind wir also in drei Jahren von 0 auf 10 Millionen gewachsen. In der größten Immobilienkrise haben wir letztes Jahr mit unserer Immobilienfirma den Gewinn verdoppelt. 100 Wohnungen im Luxusbereich wurden in den vergangenen sechs Monaten verkauft und wir können Immobilien für 400.000 $ erwerben, die vor zwei Jahren noch 1 Million $ gekostet haben. Aktien genauso. Das ist toll. Die ganze Welt ist on sale!“

(Nurcan Özdemir)


 


 

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