10 Fragen an...Nils Hitze
"Google+ - eine echte Alternative zu Facebook und Twitter"
München. business-on.de sprach mit Nils Hitze, Leiter der GTUG Google Technology User Groups München, über das neue soziale Netzwerk Google+.
business-on.de: Noch ist Google+ nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Wie kann man Mitglied werden?
Nils Hitze: Über einen sogenannten „Invite“, eine Einladung eines Mitgliedes. Im Moment haben die meisten Mitglieder bis zu 150 Einladungen zur Verfügung. Eine kurze Suche im Netz bzw. auf Twitter sollte schnell ein Ergebnis zu Tage fördern.
business-on.de: Wie funktioniert Google+?
Nils Hitze: Man stellt Nachrichten in den Stream ein, diese können Bilder, Videos oder Links enthalten und werden dann mit sogenannten „Circles“ geteilt bzw. auf bestimmte Personengruppen oder einzelne Mitglieder beschränkt (wie bei Twitter die Direktnachricht).
business-on.de: Ist Google+ mit dem sozialen Netzwerk Facebook zu vergleichen?
Nils Hitze: Ja. Im Prinzip handelt es sich um ein "normales" soziales Netzwerk.
business-on.de: Was sind die Unterschiede?
Nils Hitze: Zum Einen das Fehlen von Applikationen, die bei Facebook bisweilen den eigenen Stream vollständig verstopfen, zum Anderen die striktere Trennung von Spielen, deren Benachrichtigungen und dem Stream. Außerdem hat Google im Bereich Privatsphäre und Dataliberation (die Möglichkeit, die eigenen Daten aus einem Dienst zu exportieren) von Anfang an sehr viel besser gemacht als z.B. Facebook. Außerdem ist es jedem (der nicht explizit vom Ersteller eines Posts geblockt wurde) möglich, auf einen öffentlichen Post zu antworten. Dies sorgt für einen wesentlich regeren Austausch als auf Facebook, da hier nur Freunde des Erstellers einen Post kommentieren können.
business-on.de: Welche Möglichkeiten bietet Google+ Unternehmen?
Nils Hitze: Im Moment gibt es für Unternehmen mit Ausnahme einiger Prototypen keine Firmenseiten und ich würde davon abraten, Profile mit dem eigenen Firmennamen zu erstellen - diese werden rigoros von Nutzern gemeldet, blockiert und von Google gelöscht. Firmenprofile kommen in Kürze, Google hat erst überlegt ob eine Handvoll Betanutzer diese Fähigkeit bekommen, dann jedoch umgeschwenkt und wird das Feature so bald wie möglich allen zur Verfügung stellen.
business-on.de: Wem empfehlen Sie, Mitglied bei Google+ zu werden und warum?
Nils Hitze: Jedem, der sich dafür interessiert, Buzz für die eigenen Produkte aufzubauen oder der Lust hat an der Kommunikation rund um soziale Medien und vielem mehr teilzunehmen. Und mit Buzz ist in diesem Fall nicht das stumpfsinnige Posten von Gewinnspielen und Discounts gemeint sondern eine Kommunikation auf menschlicher Ebene. Wenn sie das, was sie machen, wirklich lieben, zeigen Sie es den Menschen auf G+.
business-on.de: Inwieweit hängt Google+ mit den weiteren Angeboten von Google zusammen?
Nils Hitze: Nur sehr bedingt zur Zeit. Es gibt die Möglichkeit über den +1 Button externe Webseiten zu bewerten und diese erscheinen im Google+ Profil unter einem eigenen Reiter (wenn dies nicht deaktiviert wurde) und aus Google Reader gibt es, in der mobilen Oberfläche, eine Option „Senden an G+“. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis G+ und die anderen Google Produkte, wie z.B. Google Docs, mehr Schnittstellen bekommen.
business-on.de: Worin liegen die Chancen von Google+?
Nils Hitze: Die Kommunikation auf G+ ist – gefühlt - wesentlich erwachsener, geordneter und man lernt sehr viele nette und hilfreiche Menschen kennen.
business-on.de: Worin die Schwächen?
Nils Hitze: Da es sich bei G+ um eine Beta handelt, sind einige Funktionen noch sehr unrund und viele wichtige Features wie z.B. der Export von öffentlichen Posts als RSS Feed fehlen noch vollständig. Ich bin aber sicher, dass diese via Schnittstelle (sog. API) bald von Google zur Verfügung gestellt werden.
business-on.de: Wie wird sich Google+ entwickeln?
Nils Hitze: Als eine echte Alternative zu Facebook und Twitter und einer neuen Art, das Netz zu benutzen.
(Kathrin Hollmer)
Tags:- Nils Hitze
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