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Stellenstreichung

Siemens streicht 400 Stellen in Nürnberg

Der Technikkonzern Siemens will weltweit Stellen in der Produktion von Transformatoren für Kraftwerke und Hochspannungsleitungen streichen. Allein im Nürnberger Werk sollen 400 der 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, sagte ein Siemens-Sprecher am Donnerstag.

Wie viele Mitarbeiter es insgesamt treffen werde, konnte der Sprecher nicht sagen. Grund für den Abbau seien weltweite Überkapazitäten, ein Preisverfall und ein sich verschärfender Wettbewerb. Arbeitnehmervertreter zeigten sich empört.

Abbau soll 2012 beginnen

In Nürnberg wurden die Beschäftigten am Mittwochabend auf einer Mitarbeiterversammlung informiert. Der Abbau soll 2013 beginnen und Ende 2014 abgeschlossen sein. Dabei wolle Siemens "möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen" auskommen, sagte der Konzernsprecher. Beispielsweise hätten rund 80 Beschäftigte befristete Verträge, die nicht verlängert würden. Das Nürnberger Werk für Bahn-Transformatoren sei nicht betroffen.

Insgesamt drei Standorte in Deutschland betroffen

Neben Nürnberg unterhält Siemens im Transformatoren-Bereich noch Werke in Kirchheim bei Stuttgart und Dresden. In Dresden sollen den Angaben zufolge etwa 50 der rund 300 Arbeitsplätze wegfallen, wobei 40 auf Leiharbeiter entfallen. In Kirchheim werden den Angaben zufolge etwa 40 der rund 280 Stellen gestrichen, wobei 24 der Stellen derzeit noch von Leiharbeitern besetzt sind.

Derzeit Überkapazitäten in der Produktion bis 40 Prozent

Als Grund für den Abbau wies der Sprecher auf weltweite Überkapazitäten in der Produktion von 30 bis 40 Prozent. Zudem seien die Preise in den zurückliegenden drei Jahren insgesamt um zwölf Prozent zurückgegangen. Verschärft werde der Wettbewerb außerdem zunehmend durch günstige Anbieter aus Asien.

Weltweit sollen alle 22 Siemens-Werke an 21 Standorten in dem Bereich auf den Prüfstand. "Wir schauen uns derzeit alle Werke an", sagte der Sprecher. Wie viele Beschäftigte insgesamt in diesem Bereich arbeiten, konnte er nicht sagen.
IG Metall befürchtet Anfang vom Ende des Trafo-Werks Nürnberg

IG Metall befürchtet vollständige Aufgabe des Standorts

Der Nürnberger Betriebsratsvorsitzende Rainer Riedl äußerte sich enttäuscht. "Die Stimmung bei den Mitarbeitern ist sehr getrübt", sagte er. Erst in den vergangenen vier Jahren seien rund 400 Stellen in dem Nürnberger Werk aufgebaut worden, weil die Auftragslage so gut gewesen sei. "Wo ist denn da der Weitblick?" Er forderte die Betriebsleitung auf, ein langfristiges Zukunftskonzept für den Standort vorzulegen.

Die IG Metall zeigte sich überrascht vom Umfang der Stellenstreichungen in Nürnberg. "Bei den Beschäftigten herrscht sehr große Betroffenheit", sagte Rudi Lutz von der IG Metall Nürnberg. Ein so unstrukturierter Stellenabbau lasse kein Zukunftskonzept erkennen. Daher sei zu befürchten, dass dies der erste Schritt zur vollständigen Schließung des Standorts sei.

Für die Energiewende wichtige Produktion

Auch die Stadt Nürnberg bedauerte die Ankündigung und warnte vor einer übereilten Entscheidung. Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) geht trotz des Personalabbaus davon aus, dass das Werk eine Zukunft hat. Schließlich würden hier Transformatoren für die Hochspannungs-Gleichstromübertragung gebaut, die bei der Umsetzung der Energiewende eine große Rolle spielt. "Siemens sollte langfristig denken", sagte Maly.

(dapd-bay Ralf Beunink)


 


 

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