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Alkohol am Steuer

Keine Null-Promille-Grenze für den Straßenverkehr

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich gegen eine Null-Promille-Grenze für alle Verkehrsteilnehmer ausgesprochen. Der Minister lehnte entsprechende Forderungen von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) und aus der SPD ab.

«Die jetzige Regelung von 0,5 Promille für alle Verkehrsteilnehmer und 0,0 Promille für Fahranfänger hat sich bestens bewährt. Für eine Änderung gibt es überhaupt keinen Grund», sagte der Minister am Sonntag. Die Promillegrenze von 0,5 sei maßvoll und sachgerecht. «Ich halte es außerdem für falsch, den Alkohol generell zu verteufeln. Es kann nicht sein, dass wir jetzt jedem braven Bürger ein Glas Bier oder ein Glas Wein vergällen», sagte er. Mit Drogenbekämpfung habe das nichts zu tun. «Vielmehr müssen wir uns mit den echten Problemen des Alkoholmissbrauchs, insbesondere von Jugendlichen befassen.»

Böhmer hatte der «Welt am Sonntag» gesagt, er sei eindeutig für
eine 0,0-Promille-Grenze unabhängig vom Alter des Fahrers. Niemand
könne nach einem oder zwei Glas Bier seinen Promille- Gehalt im Blut
objektiv einschätzen. Deswegen sei er für eine klare Linie, «dann
weiß jeder Autofahrer, woran er ist.» Landesverkehrsminister
Karl-Heinz Daehre (CDU) will den Vorschlag bei der nächsten
Verkehrsministerkonferenz einbringen.

Schon ein Glas Wein trübt die Reaktion

Unterstützung erhielt er vom Verkehrsminister aus
Mecklenburg-Vorpommern, Volker Schlotmann (SPD). «Schon nach einem
Glas Wein oder Bier reagieren Autofahrer deutlich langsamer. Die
Null-Promille-Grenze würde Menschenleben retten», sagte Schlotmann
der Zeitung.

In Deutschland gilt seit Mitte 2007 ein absolutes Alkoholverbot
für Fahranfänger in der zweijährigen Probezeit und für alle Fahrer
bis zum vollendeten 21. Lebensjahr. Nach einer der Zeitung
vorliegenden Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen gingen Unfälle
mit Personenschaden, die Anfänger verursachten und bei denen Alkohol
eine Rolle spielte, im ersten Jahr nach der Einführung des Gesetzes
um zwölf Prozent zurück. Die Zahl der an Alkohol-Unfällen beteiligten
Fahranfänger sank demnach um 15 Prozent.

(ddp-bay)


 


 

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