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Gentechnik

"Ohne Gentechnik" - Label soll Konsumenten helfen

Verbraucher sollen künftig einfacher erkennen können, ob bei der Herstellung von Lebensmittel Gentechnik zum Einsatz gekommen ist. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) stellte am Montag in München ein neues einheitliches Logo "Ohne Gentechnik" vor.

Die grün-weiße Kennzeichnung soll garantieren, dass in den Lebensmitteln keine gentechnisch veränderten Bestandteile, auch nicht in Spuren, vorhanden sind. Das Label werde der Lebensmittelwirtschaft zu unentgeltlichen Nutzung angeboten. Verbraucherschützer sehen nun vor allem den Handel und die Lebensmittelproduzenten in der Pflicht.

Zwar bestehe bereits seit Anfang 2008 die Möglichkeit gentechnikfreie Lebensmittel mit der Angaben "ohne Gentechnik" zu kennzeichnen, erläuterte Ilse Aigner. Allerdings sei diese Kennzeichnung in der Praxis bislang nur zurückhaltend verwendet worden. "Durch die Einführung eines einheitlichen Logos wird die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher gestärkt und ich wünsche mir, dass von der Kennzeichnungsmöglichkeit rege Gebrauch gemacht wird", sagte Aigner weiter.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßte die Initiative und forderte die Hersteller auf, zügig Gebrauch von dem neuen Label zu machen. "Für Verbraucher wäre das Siegel eine große Entscheidungshilfe beim Einkauf", sagte Ernährungsexperte Stefan Etgeton. Eine große Mehrheit der deutschen Verbraucher lehne gentechnisch veränderte Bestandteile in der Nahrung ab.

Ähnlich äußerte sich die Umweltorganisation Greenpeace. "Das neue
Siegel schafft Klarheit im Kennzeichnungs-Dschungel", sagte
Gentechnik-Expertin Barbara Kamradt. Bisher konnte jeder Hersteller
seine gentechnikfreien Produkte mit einem selbstgemachten Logo
versehen. Das einheitliche Kennzeichen wird einen höheren
Wiedererkennungswert von gentechnikfreien Produkten ermöglichen.

Weniger optimistisch zeigte sich hingegen die Verbraucherorganisation foodwatch. "Das Ohne-Gentechnik-Siegel ist ein großer Schritt für Frau Aigner, aber ein kleiner Schritt für den Verbraucher", kritisierte Geschäftsführer Thilo Bode. "Weiterhin klafft eine große Kennzeichnungslücke: Wenn Tiere gentechnisch veränderte Futterpflanzen in ihrem Trog hatten, muss dies auf Fleisch, Milch oder Eiern nicht genannt werden. Wenn Verbraucher diese Produkte kaufen, werden sie gegen ihren Willen zu Unterstützern von Gentechnik auf dem Acker", bemängelte er.

foodwatch fordert eine verpflichtende "Mit-Gentechnik-Kennzeichnung". Dass freiwillige Lösungen nicht ausreichen, zeige die Tatsache, dass bisher kaum ein Lebensmittelhersteller "Ohne Gentechnik" auf seine Produkte schreibt. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz  Deutschland (BUND) warf den großen Handelsketten eine Verweigerungshaltung vor. "Die großen Lebensmittelhändler Edeka, Lidl, Rewe und Aldi müssen ihre Blockade gegen die "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung endlich aufgeben. Sonst handeln sie gegen den Willen der überwältigenden Mehrheit der Verbraucher, die keine Gentechnik auf ihren Tellern will", sagte der Vorsitzende Hubert Weiger.

(Redaktion)


 


 

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