Sie sind hier: Startseite München Aktuell News
Weitere Artikel
Tränen auf dem Marienplatz

Fans verfolgten Olympia-Entscheidung in Bayern auf Großbildleinwänden

Die Bilder vor den Großleinwänden in München, Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königsee gleichen sich: enttäuschte Gesichter, hängende Köpfe und auch so manche Träne.

Tausende Menschen verfolgen am Mittwoch an den möglichen Austragungsorten die Live-Übertragung der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 aus dem südafrikanischen Durban, die erhoffte Party fällt anschließend weitgehend aus. Nur im Tierheim von Garmisch-Partenkirchen knallen die Sektkorken: Dort feiern Gegner der Münchner Bewerbung den Zuschlag für Pyeongchang.

Auf dem Münchner Marienplatz ging ein enttäuschtes Raunen durch die rund 10.000 Fans und Schaulustigen, als IOC-Präsident Jacques Rogge das Ergebnis verkündet. Nach einem Tag voller Vorfreude war die Stimmung gedrückt. Trotz der Niederlage ließen die Zuschauer tausende Luftballons steigen. Die Glückwünsche der Moderatoren auf der Bühne an Pyeongchang wurden aber von Buh-Rufen begleitet.

Frühe Resignation am Königsee

Mit "München, München"-Rufen hatten die Menschen auf dem Marienplatz der Bekanntgabe im fernen südafrikanischen Durban entgegengefiebert. Selbst als Rogge auf der Leinwand verkündete, dass es bereits nach dem ersten Wahlgang einen Sieger gegeben habe, blieb die Zuversicht ungebrochen - obwohl sich bereits ein Sieg von Pyeongchang abzeichnete. "Noch ist gar nichts passiert", verbreitete Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bis zuletzt Optimismus.

Am malerischen Königsee dagegen wurden die wenigen kleinen Deutschland-Fahnen frühzeitig eingerollt. Schon als um 15.47 Uhr das Fernsehen aus Südafrika übermittelte, dass die Entscheidung bereits im ersten Wahlgang und damit wohl für Pyeonchang gefallen sei, machte sich unter den Hunderten Fans an der Seelände Resignation breit. Eineinhalb Stunden später folgte die Gewissheit für die rund 2.000 Olympia-Fans und Touristen.

Enttäuscht zeigte sich besonders Schönaus langjähriger Bürgermeister Stefan Kurz. "Fünfmal habe ich jetzt schon verloren", rechnet der Lokalpolitiker vor. Bei den Spielen für 1992 war Berchtesgaden zusammen mit Schönau und dem Chiemgau unterlegen, als Albertville in Frankreich gewann. 2006 verlor Königssee mit der Bob- und Rodelbahn zusammen mit Salzburg in der internen österreichischen Bewerbung. 2010 und 2014 kandidierte dann Salzburg und verlor jeweils die IOC-Abstimmung - die Spiele gingen an Vancouver und Sotschi. "Pyeonchang hat wohl bei der dritten Bewerbung einen Mitleidsbonus bekommen", vermutet Kurz.

Musik und Gesprächsrunden

Wie in München und am Königsee wurden auch in Garmisch-Partenkirchen die Zuschauer mit viel Musik und Gesprächsrunden bei Laune gehalten. Bis zum frühen Nachmittag kamen allerdings nur rund hundert Menschen, um das Vorprogramm zu verfolgen. Die von der Bühne instruierten "La Ola"-Wellen wollten zunächst nicht richtig überschwappen.

Zur Entscheidung füllte sich der Mohrenplatz dann doch noch: Auf rund 2.500 Olympia-Fans schätzte die Polizei die Menge. Spaß hatten hier vor allem Kinder und Jugendliche, für die mehrere Aktionen angeboten werden: So können sie sich beispielsweise im Bob-Anschieben versuchen.

"Ein Kelch ist vorübergegangen"

Den mehrere Hundert Meter entfernten Versammlungssaal des Garmischer Tierheims erfüllt um 17.16 Uhr ein Lärm, der jedes Gebell aus den benachbarten Räumen problemlos übertönt: Als Rogge den Zettel mit der Aufschrift "Pyeongchang" in die Fernsehkameras hält, feierte ein kleines Grüpplein von etwa 40 Gegnern der Münchner Olympiabewerbung mit bemerkenswert lautem Jubel.

Während die Korken der vorausschauend bereitgestellten Sektflaschen knallten, fasst der Grünen-Landtagsabgeordnete und NOlympia-Sprecher Ludwig Hartmann die allgemeine Stimmung in Worte: "Ein Kelch ist an Garmisch vorübergegangen." Ganz Bayern blieben die schwerwiegenden Folgen einer Olympia-Ausrichtung erspart.

Auf dem Münchner Marienplatz ging die Feier am Abend trotz der Pleite der bayerischen Bewerbung bis in die Nacht weiter. Der Spanier Huecco ("Dame vida") und die Bayern3-Band hatten die schwierige Aufgabe, die Fans wieder aufzumuntern. Für ihn sei München der "wahre Sieger heute", verkündete Huecco. Doch auch das half nicht bei allen. Die Mehrheit der Zuschauer verließ den Marienplatz schnell.

(dapd-bay)


 


 

Marienplatz
Olympia-Entscheidung
Großbildleinwände
Garmisch-Partenkirchen
Durban
Pyeongchang
Königsee

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Marienplatz" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: