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PUERTO GIESING

Ein Hafen für kreative Köpfe mitten in München

Ende Mai soll die langersehnte Genehmigung der Stadt München eintreffen, damit das Projekt endlich starten kann. Dann werden Modenschauen auf dem Parkdeck stattfinden, denn Modedesigner wie Patrick Mohr haben in Puerto Giesing ein Atelier aufgebaut. Eine Radiostation soll initiiert werden, Konzerte, Partys, Lesungen und Diskussionsveranstaltungen sind geplant.

Wo früher Hemden über den Ladentisch gingen und Kinder mit leuchtenden Augen ihre Weihnachtsgeschenke auswählten, werden jetzt Ausstellungen, Konzerte und Partys zelebriert. Puerto Giesing, ein Hafen für junge Musiker, Künstler, Modedesigner und Fotografen, die sich auf 4000 Quadratmetern austoben können. Das ehemalige Hertie-Gebäude in Giesing an der Tegernseer Landstraße 64 wurde schon im Sommer 2009 geschlossen, neue Gewerbeflächen werden geschaffen. Deshalb wird das Gebäude Ende August dem Erdboden gleichgemacht. In der Zwischenzeit darf der Raum für Künstler und Leute, die gerne daran teilhaben, genutzt werden. Zehra Spindler ist die Initiatorin, selbst nennt sie sich „Veranstaltungsgeneratorin“.

Sie hat lange genug als Journalistin, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, am Schreibtisch gesessen und Kontakte geknüpft. Jetzt kann sie endlich das tun, was sie will: Künstler fördern. Münchner sollen dabei den Stadtteil Giesing kennen lernen, der für Viele bisher nur eine Busdurchfahrt wert war. Dabei liegt es Spindler besonders am Herzen, die Giesinger selbst in das Projekt mit einzubeziehen. So wurde zum Beispiel eine Ausstellung zum 150-jährigen Bestehen des Fußballclubs 1860 München auf die Beine gestellt. Fußballfans, Hooligans und Anwohner trafen sich und sprachen über ihren Lieblingsverein. Das wichtigste an dem Konzept ist die Eigeninitiative: Besucher sowie Sponsoren sollen auf das Projekt zukommen und es unterstützen, weil sie es gut finden.

Spindler nennt dies das neue Marketing. Fotos, Veranstaltungen und Termine werden nicht mit Plakaten und Radiowerbungen verbreitet, der einzige Kommunikationsweg sind die sozialen Netzwerke, wie Facebook und Twitter. „Dadurch spare ich mir die Sekretärin, den Drucker, Papier und Stift, eine Büro und ein Pressearchiv,“ freut sich Zehre Spindler. „Das nenne ich PR 2.0. Dabei haben Unternehmen die Möglichkeit, im Netz präsent zu sein, wenn sie uns unterstützen. Auf diese Weise führe ich das Kulturmanagement ad absurdum und das mit voller Absicht.“ Schon letztes Jahr feierte sie einen „alternativen Stadtgeburtstag“. München 851 hieß das Ganze und war eine freche Antwort auf den doch sehr gediegenen 850. Geburtstag der Stadt München im Jahr zuvor. „München hat eine Subkultur, leider wissen davon nur die Wenigsten. München ist jung, kosmopolitisch und vor allem total angesagt. Es ist für mich die Weltprovinz mit Herz,“ schwärmt die 41-jährige Organisatorin.

Ende Mai soll die langersehnte Genehmigung der Stadt München eintreffen, damit das Projekt endlich starten kann. Dann werden Modenschauen auf dem Parkdeck stattfinden, denn Modedesigner wie Patrick Mohr haben in Puerto Giesing ein Atelier aufgebaut. Eine Radiostation soll initiiert werden, Konzerte, Partys, Lesungen und Diskussionsveranstaltungen sind geplant. Unter einem Dach werden dann Straßenkünstler, DJs, Theaterregisseure, und junge Redakteure zusammen arbeiten. Schon jetzt findet einmal monatlich die sogenannte „Nerd Night“ statt, bei dieser Abendveranstaltung stellen Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse auf unkonventionelle Weise vor. Die nächste „Nerd Night“ ist für Mitte Juni geplant.

(Karolina Skrobol)


 


 

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