Wochenrückblick 45. Woche 09 in München
Peters Querblick
München. Nachrichten aus München verpasst? In Peters Querblick fassen wir für Sie noch einmal die wichtigsten Themen und Ereignisse der letzten Woche zusammen.
Peter von Bechen
Ist Journalist in Freising bei München.
Der am Sonntag einsetzende Run auf den Ausverkauf auf der Quelle-Website, die wegen Überlastung zeitweise nicht mehr erreichbar war, hatte viele Interessenten am Montag in der Früh in die Münchner Innenstadt getrieben. Zahlreiche Käufer waren in das Quelle-Geschäft in der Sonnenstraße gekommen, in der Hoffnung, vielleicht ein günstiges Schnäppchen machen zu können. Mancher hatte wohl zunächst gewisse Bedenken, denn eigentlich will man ja nicht wie ein Leichfledderer vom Unglück anderer profitieren. Aber wenn es um den eigenen Geldbeutel geht, dann müssen solche moralische Bedenken zurückstehen. In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist das ja auch durchaus verständlich. Und außerdem: Mit dem Erlös dieser gigantischen Ausverkaufsaktion kann die Quote für die Gläubiger verbessert und die Löhne der letzten Mitarbeiter für ein paar Wochen bezahlt werden. Also ran an den Wühltisch!
Beim Anblick der wühlenden Kauflustigen fragt man sich allerdings, ob es für das traditionsreiche Warenhaus und die dort beschäftigten Menschen vielleicht besser gewesen wäre, wenn die Kundschaft nicht nur zur Liquidation in Massen herbeiströmt, sondern in den letzten Jahren regelmäßig bei „ihrer Quelle“ gekauft hätte.
Die Treue der Kunden wird zur Zeit auch bei der Bahn wieder einmal auf eine harte Probe gestellt. An die planmäßige Verspätung von S-Bahnen und Regionalzügen hat sich der geduldige Fahrgast inzwischen ja schon mehr oder weniger gewöhnt. Deshalb wundert es, dass die DB die Pünktlichkeit ihrer Züge zur Geheimsache erklärt hat. Nun, ist ja auch egal, weil es ein offenes Geheimnis ist.
Ärgerlich ist nur, dass sehr viel Geld für neue Züge investiert wird, die dann fabrikneu auf dem Abstellgleis stehen, anstatt mit ihrem Komfort die Fahrgäste zu verwöhnen. So geschehen mit den Triebzügen der Baureihe 440, die zwar sehr formschön sind, aber auf Grund technischer Mängel keine Zulassung vom Eisenbahnbundesamt bekommen haben. Dabei sind die Probleme nicht unbekannt. Die Einführung des Fugger-Express-Schnellverkehrs zwischen München und Augsburg mit eben diesem Triebzug-Typ Ende letzten Jahres verzögerte sich aus ähnlichen Gründen. So müssen sich wohl auch die Fahrgäste zwischen München und Passau noch etwas gedulden, bis sie komfortabel reisen dürfen.
Kein Wunder, dass die Konkurrenz der DB auf deutschen Gleisen immer mehr Zulauf bekommt. So hat diese Woche die Französische Staatsbahn ihre Absicht verkündet, einen Schnellverkehr zwischen Frankfurt und Berlin einzurichten. Wer weiß, vielleicht fahren wir demnächst von München nach Erding mit dem Balkan-Express, nach Starnberg mit der Transsibirischen und nach Freising mit der Bagdad-Bahn.
Hohe Frustrationstoleranz mussten in der vergangenen Woche auch FC-Bayern-Fans aufbringen. Dass die Bayern das Spiel gegen Bordeaux am Dienstag unbedingt gewinnen mussten, um sicher ins Achtelfinale der Champions League zu kommen, war den Spielern offensichtlich nicht bekannt. Kommentar eines Fans: „Zum Heulen!“ Dem ist nichts hinzuzufügen.
(Peter von Bechen)
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