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Rating Agentur senkt Japan-Rating auf A+

Das Langfristtraining für die Kreditwürdigkeit von Japan wurde jetzt von der Ratingagentur Fitch um eine Stufe auf A+ reduziert. Die Nachricht schloss auch ein, dass weitere Senkungen möglich seien. Grund seien der hohe und weiter steigende Verschuldungsgrad Japans.

Fitch bemängelt zu wenig Anstrengungen zur Reduzierung des Defizits. Zuvor lag das Rating bei AA-.

Die japanische Regierung möchte den Erholungskurs der Wirtschaft nicht durch zu harte Sparmaßnahmen gefährden. Das Erdbeben und der Tsunami im vergangenen März hatten der Wirtschaft schwer zugesetzt.

Verschuldung in Japan innerhalb von vier Jahren um 61 Prozent gestiegen

Die Verschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt ist seit 2008 um 61 Prozent gestiegen. Dieses Jahr dürfte es 239 Prozent des BIPs erreichen. Selbst wenn die sehr hohen Währungsreserven dagegen gerechnet werden, bleiben immer noch 137 Prozent, die rapide ansteigen. Es wird erwartet dass das Budgetdefizit konstant bei über 7 Prozent bis ans Ende der Dekade bleiben wird. Die Regierung müsste ihre Ausgaben um mehr als 13 Prozent kürzen um die Schulden zu stabilisieren. Nicht ganz einfach für das Land mit der ältesten Bevölkerung der Welt. Seit 1995 fällt die erwerbsfähige Bevölkerung.

Die Zentralbank, die immer stärker um ihre Unabhängigkeit kämpft, steht nun unter enormen Druck, die Notenpresse anzuwerfen. Vielleicht sind das die ersten Anzeichen dafür, dass zwei Dekaden chronische Deflation endlich zu Ende gehen könnten.

Bisher hatte die hohe Verschuldung keinen Einfluss auf das Vertrauen, das der Markt Japan entgegenbringt. Seit der Finanzkrise fallen die Renditen japanischer Staatsanleihen, der JGB Future für zehnjährige Staatsanleihen rentiert derzeit bei 1,17 Prozent pro Jahr. Japan wird weiterhin als sicherer Hafen gesehen, häufig mit Verweis auf die starke innere Finanzierungskraft. Jedoch hat der Staat nicht mehr viele Ersparnisse, auf die er zugreifen kann, denn die Sparquote ist auf 2 Prozent gefallen, von über 16 Prozent im Jahre 1990, als die Japanblase platzte.

Quelle und weitere Infos: Royal Bank of Scotland N.V., Niederlassung Deutschland

(Redaktion)


 


 

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