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Raucher-Lobby

„Was ist daran ‚nicht politisch korrekt‘, wenn man gern Zigarren raucht?“

Seit August 2010 ist nun in Bayern das schärfste Rauchverbot Deutschlands offiziell. Es gab Anfeindungen in alle Richtungen, erst vom, dann gegen den Initiator des Bürgerbegehrens. Ein paar Jahre davor traf es schon Heiko Poerz, Unternehmer aus Castrop-Rauxel.

Er „macht“ nicht nur in Zigarren, sondern ist auch Gründer der Partei „die Genießer“. Über die Politiker, Drohbriefe, das Genießertum in Deutschland an sich und darüber, was einen guten Geschäftsmann ausmacht, sprach er mit business-on.de. 

business-on.de: Herr Poerz, Sie beschreiben sich selbst als Genussmenschen. Das allein reicht oft schon in Deutschland – insbesondere wenn man dabei auch noch erfolgreich ist – Gegenwehr durch Neider auf den Plan zu rufen. Sie haben sich in der Zwischenzeit mit der Nichtraucher-Bewegung angelegt. Würden Sie heute einiges anders machen?

Heiko Poerz: Ich habe in der Tat einiges gemacht. Es gibt immer Dinge, die man im Nachhinein hätte besser oder anders machen können. Aber das was man mir gern vorhält, ist zugleich mein größter Antrieb: Bei allem was ich tue, steht die Überzeugung und Leidenschaft für die Sache im Vordergrund, nicht zwangsweise damit Reich zu werden. Aber Geld verdienen sollte man schon. Damit kommen viele nicht klar, die sich Tag ein Tag aus mit Dingen abrackern, die ihnen keinen Spaß machen. 

business-on.de: Sie sprechen ganz gezielt den Ansatz Ihrer politischen Karriere an, die ja eigentlich nur an den Anführungszeichen im Parteinamen hakt?

Heiko Poerz: Die „Genießer“ sind über einen Formfehler gestolpert. Das ist nun mal so, aber deshalb höre ich nicht auf, für meine Interessen einzutreten, auch wenn ich seinerzeit üble Drohbriefe erhalten habe. Dabei wurden wir als Zigarrenraucher vielleicht ein bisschen mit den Zigarettenrauchern in Sippenhaft genommen: Wer wie ich als Genussmensch gern Zigarren raucht, tut dies ein-zweimal in der Woche und nicht wie die Zigarettenraucher zigmal am Tag. Ich selbst finde es auch nicht toll, wenn ich in ein Hotel komme und mir schlägt schon am Eingang Nikotingeruch entgegen. 

business-on.de: Haben Sie die Auswirkungen des mittlerweile verschärften Nichtraucherschutzes auch finanziell zu spüren bekommen?

Heiko Poerz: Oh ja, die Umsätze sind bei uns durch die Decke gegangen. 2010 war unser erfolgreichstes Jahr bisher. Hier hat eindeutig ein Umdenken von Masse auf Klasse stattgefunden. Übrigens kommen zu unseren Zigarren-Events auch immer mehr Frauen. Die Menschen lassen sich per Gesetz ihren Wunsch nach Genuss nicht nehmen, die Politiker übrigens auch nicht. Aber die müssen ja „korrekt“ handeln, schließlich müssen sie ihre Entscheidungen vor einer Mehrheit vertreten. Aber wenn ich Ihnen sage, wie gern die Herren bei mir auf eine Zigarre sitzen und dabei mit ihren Halbheiten die Bude vernebeln, dann würden sich so manche wundern. Nach außen wird der Nichtraucherschutz propagiert, aber in Wirklichkeit möchte niemand auf 15 Milliarden Euro Tabaksteuer jährlich verzichten, das Geld ist ja fest verplant.

business-on.de: Da sind wir beim Thema Geld. Sie sind erfolgreich und das schon im x-ten Anlauf. Sie sind als Postbote gestartet, haben sehr erfolgreich als Versicherungskaufmann gearbeitet und seit 2002 machen Sie in Private-Label Zigarren und sind damit mittlerweile Marktführer in Europa, wenn nicht sogar weltweit.

Heiko Poerz: Wie schon gesagt, ich habe stets als Antrieb meinen Genuss. Das gilt insbesondere für das Geschäft. Ich tue alles mit Leidenschaft und bin dem entsprechend immer bestrebt, alles so gut wie möglich zu machen. So macht man diese und jene Erfahrungen, lernt daraus und so ganz nebenbei habe ich mit dieser Strategie dann Erfolg. Und wenn es mir keinen Spaß mehr macht, dann nehme ich mir ein neues Ziel vor. Aber meist nach dem Erfolg. Wer es in erster Linie nur auf das Geldverdienen abgesehen hat, der wird nie „reich“, denn mit dem Reichtum ist das so eine Sache, die viele gar nicht verstehen. Ich fühle mich sehr reich. Ich bin gesund, glücklich verheiratet und habe auch ein Auto mehr als ich brauche. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Geldverdienen eher nebenbei passiert. 

business-on.de: Auch noch in Bayern?

Heiko Poerz: Auch in Bayern. Trotz allem oder vielleicht auch jetzt erst recht. Morgen fahre ich allerdings erst mal nach Hamburg zu Udo Lindenberg. Für sein aktuelles Musical in Berlin habe ich ihm ein passendes Zigarrenlabel entworfen und das soll – wenn es rechtlich keine Probleme gibt – als Merchandisingartikel verkauft werden. Quasi als „Hinterm Horizont qualmts weiter“.

Heiko Poerz ist Geschäftsführer der ClubCigars & SmokerClub Limited in Castrop-Rauxel. Er hat sich darauf spezialisiert, Zigarren mit eigenen „Bauchbinden“ - bereits ab 1 Stück -, wie man hier die Labels nennt, im großen Stil anzubieten. Zu seinen Referenzen zählen u.a. Bill Clinton, Franz Beckenbauer, Udo Lindenberg sowie das who is who der deutschen Industrie. Ein Renner in seinem Sortiment sind Zigarren, die per Laser gestaltet werden können. Zusätzlich plant Poerz für 2011 die Eröffnung der „Casa del Castro“, Europas größter Cigarrenlounge (1200 qm) und die erste in Europa auf einem Golfplatz.

Weitere Informationen im Netz finden Sie unter: Cigarnews.de

(Edda Nebel)


 


 

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1 Kommentar

von Atemluft
26.01.11 22:45 Uhr
nicht politisch korrekt

..ist, dass Rauchen nicht nur rund 140.000 Raucher jährlich allein in Deutschland tötet sondern auch rund 3300 unschuldige Nichtraucher und Kinder. Rund 70.000 bis 100.000 werden durch Tabakrauch invalide
In Europa sterben 500.000 jedes Jahr.
Was soll daran politisch korrekt sein Leute umzubringen und zu misshandeln?
Außerdem belästigt der Gestank andere und beeinträchtigt deren Lebensquallität.
Was ist daran politisch korrekt?
Rauchen in der Nähe anderer ist hochgradig unsozial.

 

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