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Was tun wenn die „Mannschaft“ meutert?

In letzter Zeit häufen sich die Notrufe: „Die Abteilung lehnt den neuen Abteilungsleiter ab! Kommen Sie schnell! Die rebellieren!“ Wahnsinn: Stuttgart 21 jetzt auch im Management! Dabei geht das keineswegs lautstark vonstatten. Umso länger dauert es oft, bis es auffällt.

Mitarbeiter, die stur auf ihren Monitor starren und den Abteilungsleiter ignorieren, der sie eben was gefragt hat. Mitarbeiter, die eine Anweisung der Abteilungsleiterin rundheraus mit den Worten ablehnen: „Geht nicht, hab schon genug zu tun!“

Sobald die Zahl der Rebellen die kritische Schwelle erreicht (je nach Abteilung unterschiedlich), wird die Abteilung unregierbar, der Abteilungsleiter unhaltbar, das Topmanagement schaltet sich ein. Wie?

Machen Sie das, was Sie am besten können?

Meist mit Druck: „Was fällt denen ein! Die sollen arbeiten und nicht rummotzen! Dafür werden sie schließlich bezahlt!“ Hilft das? Natürlich nicht. Dann werde ich gerufen. Meine erste Frage an die Rebellen ist – na? Erraten Sie’s? Nein? Meine erste Frage lautet: „Was sind eure Hobbys?“ Meist schauen die Mitarbeiter so verblüfft wie wahrscheinlich Sie jetzt. Dann zählen sie auf. Einer sagte zum Beispiel: „Motorradfahren! Ich habe eine Gold Wing!“ – „Warum?“ – „Na, die Freiheit! Die ist unbeschreiblich!“ – „Wann erleben Sie diese Freiheit am Arbeitsplatz?“ – „Blöde Frage! Nie natürlich! Nicht seit dieser Galeerentrommler neuer Abteilungsleiter ist!“ – „Bei welchen Aufgaben würden Sie sich im Büro so fühlen wie auf Ihrer Maschine?“ – „Ganz klar: Immer, wenn ich neue Konzepte entwerfen kann, Marktanalysen mache oder an neuen Produkten rumtüftle.“ – „Na, dann machen Sie doch mal!“ – „Geht doch nicht, wenn der Hyperaktive da oben uns zehn Stunden am Tag mit völlig überflüssigen Berichten, Meetings und E-Mails vollbombt!“ Noch nie was von Block-Management gehört?

Kennen Sie den „Driving Spirit“?

Hat sich in der Praxis bewährt: Ein ganzer Tag oder immer eine ganz bestimmte Stunde am Tag wird geblockt für den Driving Spirit, der nicht wegen der Gold Wing so heißt, sondern weil es das Motiv, jener positive Affekt, jenes Leitgefühl, jener Nordstern ist, der Sie am meisten positiv bewegt. Während des Blocks schalten Sie Telefon und E-Mail ab und machen möglichst viel von jenen beruflichen Tätigkeiten, bei denen Sie Ihren Driving Spirit am deutlichsten spüren – und in dieser Zeit gilt: Zur Hölle mit allem anderen!

Ich setze also nicht am Problem an, nicht an der Rebellion und nicht am Abteilungsleiter. Sondern bei der Emotional Leadership und den Leitmotiven der Geknechteten. Sobald diese – oft zum ersten Mal – in die Arbeit integriert sind, läuft das wieder.

(Klaus Schuster)


 


 

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