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Ausbildungsmarkt

Rechnerisch gibt es für jeden Jugendlichen eine Lehrstelle

Zum Start des Ausbildungsjahres ist ein Streit über die Chancengerechtigkeit am Lehrstellenmarkt entbrannt. Während laut Arbeitsministerium jeder ausbildungswillige junge Bayer ein passendes Angebot bekommt, sieht die SPD Bewerber aus ländlichen Regionen benachteiligt. Rein rechnerisch gibt es derzeit für jeden Jugendlichen im Freistaat eine Lehrstelle.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit kommen auf 100 Bewerber 100,4 Ausbildungsstellen. Insgesamt haben sich bis August 79 511 junge Leute bei den Arbeitsagenturen in Bayern für eine Lehrstelle beworben. Das sind 12 714 oder 13,8 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat. Umgekehrt wurden in diesem Zeitraum 79 801 offene Stellen gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 4725 oder 5,6 Prozent zum Vorjahresmonat.

Regional betrachtet ist das Angebot sehr unterschiedlich. Am meisten offene Lehrstellen gibt es im Regierungsbezirk Oberbayern. Dort stehen 136,7 Ausbildungsstellen 100 Bewerbern gegenüber. Am knappsten ist das Angebot in Oberfranken. Dort ergibt sich ein Verhältnis von 71,5 gemeldeten Ausbildungsstellen auf 100 Bewerber.

"Auf dem Ausbildungsstellenmarkt manifestiert sich das Auseinanderklaffen der Lebensbedingungen in Bayern", kritisierte die Sprecherin der SPD-Fraktion für den ländlichen Raum, Annette Karl. "Wenn immer mehr junge Leute nur noch in den Ballungszentren ausgebildet werden, führt dies zu einem weiteren Ausbluten der ländlichen Regionen." Die Staatsregierung müsse "endlich ihren Sonntagsreden über den ländlichen Raum Taten folgen lassen". Dazu gehörten Förderprogramme mit deutlich reduziertem Bürokratieaufwand für kleine und mittlere Unternehmen, flächendeckend schnelles Internet und Hilfen zur Bewältigung der Kreditklemme.

Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) versicherte dagegen, jeder Jugendliche bekomme schon jetzt ein den Wünschen und Fähigkeiten entsprechendes Angebot. Bewerber, die eigentlich keine Chance auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt hätten, würden speziell gefördert. 460 000 Euro würden eingesetzt, um Eltern und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu informieren.

Haderthauer versprach: "In drei Jahren soll es in Bayern keinen arbeitslosen Jugendlichen mehr geben." Jeden zusätzlichen Ausbildungsplatz in der Altenpflege fördert der Freistaat mit 3000 Euro. Insgesamt gibt Bayern in diesem Jahr 22 Millionen Euro für die Ausbildungsunterstützung aus. "Das kommt natürlich auch dem ländlichen Raum zugute", betonte eine Sprecherin.

Regionaldirektionschef Rainer Bomba ermunterte alle Jugendlichen, sich "mit großem Engagement" zu bewerben. "Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wird jeder junge Mensch benötigt, um dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können", sagte er.

(Redaktion)


 


 

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