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Recruiting

Einsatz von Videos im Personal-Marketing

Der Einsatz von Recruiting-Videos steht in vielen Firmen immer öfter zur Diskussion – doch nur wenige Firmen erkennen die Chancen in dieser Art der Bewerberrekrutierung.

Das Recruiting von gut ausgebildeten Fachkräften und die damit einhergehende Suche von Stellenangeboten haben sich im Web 2.0 stark verschoben. Nutzten Bewerber früher den Stellenmarkt in Zeitungen, Stellenbörsen im Internet oder die Karriere-Webseiten der Unternehmen, bedienen sie sich heute vielfältiger Tools im Social Web: Bewertungsportale über den zukünftigen Arbeitgeber, Karriere-Portale von Unternehmen, soziale Netzwerke, Blogs und Microblogging-Dienste. Hinzu kommen multimediale Angebote wie Microsites und Videos. 

Für die Stärkung der eigenen Marke im Internet sind derartige Angebote von großer Bedeutung. Da das Web 2.0 in Teilen unkontrollierbar ist – schließlich kann jeder Nutzer selbst zum Produzenten werden und Inhalte ins Netz stellen – müssen Unternehmen gegensteuern. Sie müssen ihre Marke positiv darstellen und Anreize für Bewerber bieten. Eine Möglichkeit sind Recruiting-Videos.

Werden Recruiting-Videos im Netz genutzt? 

Die ARD/ZDF Onlinestudie 2012 spricht eine deutliche Sprache: 58 Prozent aller Internet Nutzer ab 14 Jahren sind wenigstens gelegentlich auf Videoportalen wie Youtube unterwegs. Um die Zahl zu verdeutlichen: im April 2011 schauten die Deutschen, nur über die Google Seite, 3,8 Milliarden Videos. Rund 35 Prozent der Nutzer sehen sich täglich (9%) oder wöchentlich (18%) Videos im Netz an.

 Die im Auftrag des Jobportals „Monster.de“ durchgeführte Studie "Recruiting Trends im Mittelstand 2012" zeigt deutlich: Social Media erhöht die Leistungsfähigkeit der Recruiter. 48,3 Prozent der befragten 1000 mittelständischen Unternehmen sehen die Möglichkeit, mit Hilfe von Social Media als Rekrutierungskanal die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Potentieller Nachwuchs kann über diverse Netzwerke informiert werden. Ansprechende Videos werden von den Nutzern in ihrem virtuellen Freundeskreis weiterempfohlen und sorgen so für eine größere Viralität.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: offene Stellen werden hauptsächlich über das Internet besetzt. Nur jede vierte Stelle wird über Printmedien generiert, während 37,5 Prozent aller Einstellungen über Stellenanzeigen auf der Unternehmens-Webseite oder über Internet-Stellenbörsen erfolgen. 

Diese Ergebnisse zeigen, dass es sinnvoll ist, Recruiting-Videos einzusetzen. Carsten Schüler, Geschäftsführer der BEST COMPANY VIDEO GmbH, einer Film- und Fernsehproduktion aus Hannover, weiß: „Recruiting-Videos sind emotional, zeitgemäß und zielgruppengerecht. Sie sind Image bildend und unterstreichen die Innovationsstärke von Unternehmen. Man muss mit den Trends gehen, die das Web 2.0 bietet, um qualifiziertes Personal zu erreichen.“ 

Recruiting-Videos: Was geht und was geht nicht?

 Recruiting-Videos werden in erster Linie erstellt, um sie im Internet zu zeigen und zu verbreiten. Deswegen spricht man in diesem Fall von einem Podcast. Nicht nur auf der eigenen Homepage, sondern in Stellenbörsen, auf Videoportalen und in Social Networks finden sie ihren Einsatz. Wer den Schluss zieht, dass Podcasts günstig produzierte Medieninhalte sind, liegt falsch. Qualität zählt auch im Netz – und Qualität kostet. Langfristig gesehen lohnt sich ein Online-Video mehr als eine Print-Anzeige, alleine schon aufgrund der deutlich höheren Verweildauer im Internet. Doch was muss bei der Produktion beachtet werden, damit das Recruiting-Video wirkt und seinen Preis wieder einspielt? 

1. Optimale Bild- und Tonqualität 

Da die Recruiting-Videos neben dem Einsatz im Internet auch auf Messen, Veranstaltungen oder in Präsentationen gezeigt werden, muss die Bild- und produktionstechnische Qualität überzeugen. Eine wackelige Kameraführung, zahlreiche Nebengeräusche oder sinnlose Bildausschnitte repräsentieren nicht das positive Image, das Unternehmen im Netz verbreiten sollten. Derartige Produktionen führen schnell dazu, dass User abschalten. Oder schlimmer: Sie reden schlecht im Web über das Video und verbreiten ein negatives Image. Eine Kettenreaktion, die nur mit großer Mühe aufzuhalten ist.

 2. Wahre Aussagen und knackige Botschaften 

Werbliches Geschwafel, PR-Botschaften aus Hochglanzbroschüren, übertriebene Lobpreisungen: Das möchte Niemand sehen und hören. Kurze, realistische Aussagen von Mitarbeitern und Einblicke in den Joballtag vermitteln ein authentisches Bild. Welcher Kleidungsstil wird im Unternehmen bevorzugt? Wie sieht es in den Büros aus? Welche Voraussetzungen muss ich für den Job mitbringen und welche Aufgaben warten auf mich? Informationen verknüpft mit positiven Emotionen machen ein Recruiting-Video zum perfekten Marketinginstrument für die Generation 2.0. 

Sofern ein Storyboard geschrieben wird, sollten die Mitarbeiter, die durch das Recruiting-Video führen, die Texte nicht eins zu eins auswendig lernen. Es geht immer um die persönliche Note, um individuelle Sprachmuster. Ein „hm“ hier, eine Denkpause dort: Das ist authentischer als ein heruntergeleierter Sprechertext. 

Zu beachten ist die Fülle an Informationen: Es können nicht alle Inhalte, die den Job beschreiben, in einem Recruiting-Video untergebracht werden. Personalabteilung und Marketing müssen Hand in Hand arbeiten, um final die drei bis fünf wichtigsten Botschaften herauszuarbeiten. Dabei steht immer die Frage im Raum: Was ist das Besondere an dem beschriebenen Job?

Wer sich detaillierter über die ausgeschriebene Stelle informieren möchte, kann auf der Unternehmenswebseite recherchieren oder die Kontaktperson anrufen. Wichtig ist, dass das Video den potentiellen Bewerber motiviert, sich weitere Informationen zu beschaffen. 

3. Möglichkeiten des Web 2.0 nutzen

 Wer die Recruiting-Videos nur auf seiner eigenen Unternehmenswebseite veröffentlicht, verschenkt zahlreiche Nutzer und potentielle Bewerber. Das Web 2.0 lebt von Aktion und Interaktion; hier wird diskutiert, empfohlen und bewertet. Doch dies können nur Unternehmen, die sich auf Kanälen wie YouTube, Facebook, Xing, Twitter o.Ä. präsentieren und positionieren. Unternehmen müssen sich jedoch bewusst sein, dass die Teilnahme im Social Web zeitaufwändig ist. Sofern Nutzer über die Videos diskutieren, sollten sich auch die Unternehmen nicht davor scheuen, die Reaktionen zu kommentieren.

Zusammenfassend betrachtet ist das Recruiting-Video ein gutes Marketinginstrument, um junge und qualifizierte Fachkräfte anzusprechen. „Da das Internet für die Digital Natives ein fester Bestandteil ist, müssen Unternehmen endlich umdenken. Motivierte und gut ausgebildete junge Menschen findet man nicht mehr auf der Straße – sondern im Netz“, erklärt Carsten Schüler, Geschäftsführer von der BEST COMPANY VIDEO GmbH.

(Redaktion)


 


 

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