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Regeltreue in Unternehmen

Anforderungen an Compliance-Systeme steigen

Compliance - oder vielmehr die Gefahr von Nicht-Compliance - hat sich in den letzten Jahren zu einem immer wichtigeren Thema entwickelt. Vorfälle wie das Deepwater-Horizon-Unglück haben gezeigt, wie verheerend sich Compliance-Verstöße auf den finanziellen Erfolg und das Ansehen eines Unternehmens auswirken können.

In den nächsten Jahren wird die Wichtigkeit von Compliance stark zunehmen. Damit werden auch die Anforderungen an effektive Compliance-Systeme steigen. Vor allem in den Bereichen Produkt- und Datensicherheit sowie hinsichtlich Korruptions- themen werden vermehrt Compliance-Verstöße auftreten. Das geht aus einer internationalen Studie hervor, in der die Unternehmens- beratung A.T. Kearney eine industrieübergreifende Positionsbestimmung zum Thema Compliance vorgenommen hat. Dazu wurden Interviews mit Compliance-Experten aus 40 führenden Industrie- unternehmen durchgeführt. Die meisten der befragten Unternehmen haben vor, ihre Compliance-Systeme in Zukunft weiter auszubauen. 57 Prozent der Compliance-Experten planen, dafür auf externe Unterstützung zurückzugreifen. Die drohende persönliche Haftbarkeit ist mit 63 Prozent der Antworten der größte Motivator für das Top-Management, in Compliance-Systeme zu investieren. Ein leistungsfähiges Compliance-System muss in die Prozesse integriert und mit ausreichenden Ressourcen ausgestattet sein. Außerdem braucht es umfassende Unterstützung vonseiten des Top-Managements und Akzeptanz auf allen Ebenen.

Anstieg von Compliance-Verstößen erwartet

Prof. Dr. Alexander Malkwitz, Partner bei A.T. Kearney und Studienleiter, erläutert: "Ein immer komplexeres Netz von Vorschriften und eine wachsende Zahl von Firmen, die gleichzeitig in unterschiedlichsten Rechtssystemen tätig ist, machen die Einhaltung aller relevanten Normen zu einer immer anspruchsvolleren Aufgabe." Die meisten befragten Experten erwarten künftig vor allem im Bereich der Korruption sowie auf den Gebieten der Produkt- und Datensicherheit einen Anstieg von Compliance-Verstößen. So erwarten rund 30 Prozent der Befragten eine Zunahme von Korruptionsfällen und je etwa ein Viertel eine Zunahme von Verstößen gegen die Produktsicherheit (26 Prozent) und die Datensicherheit (23 Prozent). Nur je 15 Prozent rechnen damit, dass die Zwischenfälle auf den Gebieten Wettbewerbsrecht sowie Gesundheit, Sicherheit und Umwelt zulegen werden.

Kaum eigene Compliance-Abteilungen

Die meisten der befragten Unternehmen haben vor, ihre Compliance-Systeme in Zukunft weiter auszubauen. 57 Prozent der Compliance-Experten planen, dafür auf externe Unterstützung zurückzugreifen. Je 55 Prozent davon wollen in den Bereichen Anti-Korruption und Datensicherheit investieren und 48 Prozent auf dem Gebiet der Produktsicherheit. Eine unabhängige Compliance-Abteilung mit direktem Berichtsweg an den Vorstand haben nur die wenigsten Unternehmen. So gaben nur 39 Prozent der Befragten an, eine unabhängige Compliance-Stabstelle eingeführt zu haben. Die übrigen Unternehmen verteilen die Aufgaben auf unterschiedliche Abteilungen wie etwa die Rechts- oder die Revisionsabteilung und riskieren damit Interessenskonflikte.


 


 

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