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Regeltreue in Unternehmen

Anforderungen an Compliance-Systeme steigen

Großes Akzeptanzgefälle wegen persönlicher Haftbarkeit?

Die mittleren Führungsebenen stellen Compliance-Systeme eher in Frage als das Top-Management. Während das Top-Management üblicherweise die Notwendigkeit eines Compliance-Systems erkennt - 68 Prozent stehen ihm positiv gegenüber - sinkt auf den unteren Management-Ebenen die Zustimmung auf gerade einmal 19 Prozent. Obwohl 83 Prozent der Unternehmen Schulungen und Trainings anbieten, um das Bewusstsein für Compliance zu schärfen, bieten nur 23 Prozent Anreize für eine proaktive Teilnahme und nur 8 Prozent setzen dabei wirkungsvolle interaktive Techniken wie z.B. Rollenspiele ein. "Die persönliche Haftbarkeit ist der stärkste Treiber für die Einführung eines leistungsfähigen Compliance-Systems", führt Malkwitz aus. Das gaben 63 Prozent der Befragten an. Gefolgt wird dieser Treiber von drohenden Geldstrafen, die dem Unternehmen auferlegt werden (59 Prozent). Je 47 Prozent der Experten investiert in Compliance, um Kundenanforderungen nachzukommen oder aber ethische Verpflichtungen zu erfüllen.

Nordamerika hat härteste Vorschriften

Von den befragten Compliance-Managern gab knapp die Hälfte (47 Prozent) an, dass Nordamerika die härtesten Vorschriften habe. Ein Viertel der Befragten sieht diese in der Europäischen Union. Jeder Neunte benennt andere Regionen, die nach seiner Ansicht die höchsten Compliance-Anforderungen aufweisen, und knapp jeder Fünfte sieht keine größeren Unterschiede zwischen den Regionen. Timm Rehling, Berater bei A.T. Kearney und Co-Autor der Studie, erklärt: "Unternehmen, die in neue Länder expandieren, sollten darauf gefasst sein, mit erheblichen Compliance-Risiken konfrontiert zu werden. Hierauf sollten sich Unternehmen sehr gut vorbereiten."

Erfolgsfaktoren für Compliance-Systeme

Häufig liegt die Ursache von Compliance-Verstößen darin, dass das Top-Management es versäumt hat, ein Umfeld zu schaffen, in dem Compliance gewährleistet wird. Vor diesem Hintergrund sollte Compliance ein fester Bestandteil des Tagesgeschäfts und fest in der Organisation verankert sein. Diese Notwendigkeit wird von den Experten mehrheitlich unterstützt: Für 78 Prozent von ihnen stellen der Aufbau von Akzeptanz und die Einbindung der Mitarbeiter grundlegende Bestandteile eines soliden Compliance-Systems dar. Rehling erläutert: "Das Management muss sicherstellen, dass die Mitarbeiter die relevanten Vorschriften verstehen und diese auch einhalten. Ein erfolgreiches Compliance-System muss in die Prozesse integriert und mit ausreichenden Ressourcen ausgestattet sein. Außerdem braucht es umfassende Unterstützung vonseiten des Top-Managements und Akzeptanz auf allen Ebenen." Malkwitz abschließend: "In einem globalen Umfeld, in dem die Einhaltung von Vorschriften immer wichtiger wird, kann ein effektives Compliance-System vor drastischen Konsequenzen schützen, darüber hinaus aber auch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit leisten."

(Redaktion / ots)


 


 

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