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Schaeffler einigt sich mit Banken auf Finanzierungskonzept

Die finanziell angeschlagene Schaeffler-Gruppe bekommt eine Verlängerung ihrer Kredite über rund zwölf Milliarden Euro. Darauf einigte sich der durch die Continental-Übernahme in existenzbedrohliche Schwierigkeiten geratene Wälzlagerhersteller aus dem mittelfränkischen Herzogenaurach am Dienstag mit seinen fünf Konsortialbanken. Die Finanzierung der Gruppe sei damit für die nächsten Jahre nachhaltig gesichert, betonte Schaeffler am Dienstag.

Die Kreditverbindlichkeiten wurden in zwei Tranchen aufgeteilt. Der für das operative Geschäft vorgesehene Kredit habe eine Laufzeit von maximal viereinhalb Jahren, der andere bleibe bei der Holding und
laufe bis zu sechs Jahre. Zudem sei die Umwandlung des Familienunternehmens in eine kapitalmarktorientierte Struktur vorgesehen. Mit dem Finanzierungskonzept werde eine weitere wichtige
Voraussetzung für eine mögliche Zusammenführung der Schaeffler-Gruppe mit Continental erfüllt, sagte Finanzvorstand Klaus Rosenfeld.

Schaeffler-Gesamtbetriebsratschef Norbert Lenhard sagte, er sehe die Zukunft der Beschäftigten zumindest vorerst als gesichert. "Die jetzige Kreditrahmenverlängerung ist auf jeden Fall hilfreich, bringt den Kollegen ein bisschen mehr Sicherheit, weil man doch weiß, es geht jetzt über den Tag hinaus weiter." Das Unternehmen habe nun die Chance, sich zu entschulden und die hohen Zinszahlungen zu reduzieren.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) begrüßte die Einigung Schaefflers mit den Banken als einen wichtigen Schritt. "Das Unternehmen kann sich jetzt mit ganzer Kraft auf das operative Geschäft konzentrieren und die kommenden Herausforderungen mit zusätzlichem Elan angehen." Er erwarte auch positive Auswirkungen für die kommenden Gespräche mit dem in Hannover ansässigen Konzern
Continental.

Zeil zeigt sich überrascht, dass sich Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) für eine staatliche Lenkung unternehmensinterner Entscheidungen stark gemacht habe. "Wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft, nicht in einer staatlichen Planwirtschaft. Das scheinen einige Politiker derzeit zu vergessen."

Wulff hatte zuletzt angekündigt, die ganze Kraft der Landesregierung Niedersachsens auf Continental und Schaeffler zu konzentrieren. Zudem müsse der Vorstand von Continental in erster Linie die Interessen des Unternehmens und nicht die eines einzelnen Aktionärs - gemeint war Schaeffler - vertreten.

Zeil betonte hingegen, unternehmensinterne Entscheidungen seien in
der alleinigen Verantwortung des Unternehmens und seiner Inhaber. "Dieses ordnungspolitische Einmaleins hat nichts an Gültigkeit verloren. Wulff scheint durch seine Position als VW-Aufsichtsrat verschobene Ansichten darüber zu haben, welchen Einfluss die Politik auf konkrete Unternehmensentscheidungen haben sollte", sagte der FDP-Politiker. Wulff solle "lieber für bessere Rahmenbedingungen für Mittelstand und Arbeitsplätze eintreten in seinem Bundesland, statt sich als Industriekapitän aufzuspielen".

(Redaktion)


 


 

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