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Haftentlassung

Schelsky: Sommer in Freiheit

Wilhelm Schelsky, der frühere Bundesvorsitzende der von Siemens mitfinanzierten Betriebsratsorganisation AUB, ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Er reiste anschließend zu seinem Anwesen im mecklenburg-vorpommer'schen Lubmin.

Sein Anwalt hatte beim Oberlandesgericht Nürnberg Haftbeschwerde eingereicht, weil Schelsky bereits seit Februar 2007 ohne rechtskräftiges Urteil einsitze. Zwar war sein Mandant Ende 2008 wegen Betrugs, Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Untreue zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden, dagegen ging Schelsky jedoch in Revision. Durch die dadurch anhaltende Untersuchungshaft seien ihm Möglichkeiten der Resozialisierung wie Ausgang oder Freigang verwehrt, die rechtskräftig verurteilte Straftäter hätten, rechtfertigte der Anwalt das Haftentlassungsbegehren Schelskys. Diesem Argument gab das OLG Nürnberg – entegegen früheren Anträgen Schelskys auf Haftverschonung – nun statt.

Möglicherweise handelt es sich jedoch nur um eine Haftunterbrechung bis spätestens September. Im Falle einer abgelehnten Revision, die der Rechtsanwalt bis dahin erwartet, könnte Wilhelm Schelsky wieder ins Gefängnis müssen, um die restliche Strafe abzusitzen. Dem Sohn des Soziologen Helmut Schelsky wird angelastet, zwischen 1990 und 2006 Schwarzgeld in Höhe von 50 Millionen Euro von Siemens erhalten zu haben, um die arbeitgebernahe AUB aufzubauen und somit die kritische IG Metall zu schwächen.

(Redaktion)


 


 

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