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Schwere Vorwürfe gegen Ex-Chef von Siemens in Griechenland

Gegen den früheren Siemens-Chef in Griechenland, Michael Christoforakos, werden schwere Vorwürfe erhoben. Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» (Mittwochausgabe) soll Christoforakos, der wegen der Schmiergeldaffäre des Industriekonzerns per internationalem Haftbefehl gesucht wird, versucht haben, Wahlen in seinem Heimatland zugunsten von Siemens zu manipulieren.

Das gehe aus einem Schriftsatz hervor, den Siemens selbst beim Münchner Landgericht eingereicht habe. Darin heißt es, Christoforakos habe Siemens-Geld an griechische Politiker weiterleiten wollen. «Ziel war es, zu erreichen, dass im Rahmen einer Wahl in Griechenland Politiker gewählt würden, die sich für die Interessen des Siemens-Konzerns einsetzen würden.»

Siemens streitet vor dem Landgericht München mit dem ehemaligen Finanzvorstand der früheren Sparte Telekommunikation (Com) über dessen Rauswurf wegen der Schmiergeldaffäre. Dieser einstige Vorstand soll dem Bericht zufolge dafür gesorgt haben, dass Christoforakos das «notwendige Geld» erhalten habe, um griechische Politiker der großen Parteien Pasok und Nea Dimokratia zu bestechen. Der Com-Finanzvorstand soll sich auch darum gekümmert haben, dass Christoforakos Bargeld erhält, um durch Bestechung einen Großauftrag der griechischen Telefongesellschaft OTE zu besorgen.

Christoforakos hatte Siemens wegen des Schmiergeldskandals Ende 2007 verlassen müssen. Inzwischen wird er zusammen mit einem ehemaligen Siemens-Kollegen aus Athen von dem Industriekonzern auf fünf Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaften in München und Athen soll Siemens in
Griechenland rund 100 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt haben. Christoforakos bestreitet nach Angaben der Zeitung bislang jegliche Kenntnis von unsauberen Geschäften.

ddp.djn/mar/arh

(ddp)


 


 

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