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Heldenreisen

Was wenn die "Schwelle" kein Hindernis sondern ein Grat wäre?

Jeder ist in seinem Leben schon einmal auf schier unüberwindbar scheinende Widerstände getroffen und so manchem ist es schon gelungen, Neuland zu erobern. Unser Held nimmt nun "den Kampf an der Schwelle" auf und macht sich auf zu neuen Ufern.

Unser Held könnte ein Mensch sein, der schon lange mit der Entscheidung ringt, sich selbständig zu machen. Den Ruf hat er bewusst vernommen, er hat sich entschieden, diesen Schritt zu gehen, bekam vielleicht schon Hilfe von Mentoren. Doch nun steht er an der Schwelle, die in die Selbständigkeit führt – und zweifelt. Hinter der Grenze erwartet den Helden das Unbekannte, die Zone möglichen Wachstums, etwas Ungewisses, vielleicht auch Dunkelheit und ziemlich sicher Gefahr.

Auseinandersetzung mit den eigenen Dämonen

Hier wird der Held geprüft – es geht um die Auseinandersetzung zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite der Held, der für Wagnis, Risikofreude und Abenteuerlust steht. Er sucht nach Verwirklichung, Entfaltung, nach Entwicklung, hier in diesem Fall, als Selbständiger. Auf der anderen Seite der Gegenpol des Helden: er will Geborgenheit, Zugehörigkeit und die Sicherheit, die ihm eine Festanstellung bietet. Aber die Zuflucht in die „Sicherheit“ verhindert den Wandel. Diesen Konflikt gilt es zu bewältigen, die Gegensatzspannung gilt es zu entspannen, um den Entwicklungsschritt wirklich zu gehen.

Es geht nicht um Kampf sondern um Transformation

Konkret geht das so: Im Coaching oder in den Seminaren von Angelika Höcker versetzen sich die Teilnehmer abwechselnd in die Lage des Dämons und in die des Helden und erforschen so die Gefühls- und Bedürfniswelten der beiden. Während dieser Übung drücken sie ungeschminkt aus, was sie ihrem Gegenüber schon längst hätten sagen wollen – pantomimisch, nonverbal. An diesem Kampf an der Schwelle geht es nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um Transformation. Dies passiert nur, wenn beide Seiten die jeweiligen Bedürfnisse anerkennen und würdigen. Dann gehen sie aufeinander zu und ergänzen sich. Es ist die Auseinandersetzung mit uns selbst, unseren inneren Dämonen, die uns auf Herz und Nieren prüft und uns über die Schwelle verhilft.

So überschreiten Sie die Schwelle

Schwellen, gibt es übrigens immer und in jedem Veränderungsprozess zu überwinden. Mit den folgenden Fragen können Sie sich an die vergangenen Begegnungen mit dem Widerstand erinnern und so zukünftige Veränderungen bewusster angehen:

• Welche wirklich wichtige Veränderung in Ihrem Leben ist Ihnen schon geglückt? Wie könnten Sie diese Erfahrung als eine wichtige Guideline für zukünftige Veränderungsprozesse nutzen?

BUCHEMPFEHLUNG:

• Wer waren Ihre Schwellenhüter? Waren es Personen aus Ihrem Umfeld, oder haben Sie innere Dämonen bemerkt, die Sie vom Wandel abhalten wollten?

• Was haben Ihre inneren und äußeren Dämonen gesagt? Mit welchen Worten und Taten wollten sie Sie von Ihrem Weg abbringen?

• Und in der Auseinandersetzung: Welche Bedürfnisse und Einwände galt es auf beiden Seiten zu berücksichtigen, wie haben Sie es geschafft, dass Bewegung in das Spiel der Kräfte kam?

• Welche besonderen Eigenschaften zeichneten die Widerstandsdämonen aus, wie haben Sie es geschafft, diese zu integrieren?

• Was ist das Gute in scheinbar Schlechtem, mit was sahen Sie sich konfrontiert?

• Wie haben Sie es geschafft, Mut zu schöpfen und doch die Veränderung anzugehen?

• Wie erlebten sie die Auseinandersetzung, welche Empfindungen konnten Sie beobachten? Was war danach anders?

Der Schritt ins Neuland ist also ein Schritt hin zu uns selbst. Hier können wir entdecken, was eigentlich schon längst zu uns gehört und darauf wartet, integriert zu werden. Der Schritt über die Schwelle ist ein Schritt zu mehr Identität. Lesen Sie im 6. Teil, wie Sie das neue Land nun mutig erobern. 

Angelika Höcker trainiert seit über 20 Jahren die Schwerpunkte Führung, Team und Change Management. Sie begleitet Menschen und Organisationen in lebendigen, nachhaltig wirkungsvollen Change- und Kulturprozessen. Sie versteht Führungskräfteentwicklung immer zuerst als Persönlichkeitsentwicklung.Sie erhielt 2010 den „Deutschen Internationalen Trainingspreis“ in Gold; zuvor war sie bereits dreimal vom BDVT ausgezeichnet worden. Außerdem bekam sie 2002 vom ASTD in den USA den „Excellence in Practice Citation-Award“, den bisher nur vier deutsche Trainer bzw. Trainingsinstitute erhalten haben.

(Redaktion)


 


 

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