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Sicherheit vor Risiko

Sicherheit der Geldanlage steht an erster Stelle

Für Privatanleger in Europa und den USA steht die Sicherheit der Geldanlage an erster Stelle. Dafür nehmen sie auch moderate Renditen in Kauf. Rund die Hälfte der Europäer und knapp sieben von zehn Amerikanern haben Geld in Spareinlagen angelegt. Gleichzeitig hat der Anteil der Nichtsparer auf beiden Kontinenten abgenommen. Das sind Ergebnisse aus der Studie "Investmentbarometer", die die GfK Custom Research im Auftrag von The Wall Street Journal Europe durchgeführt hat.

Insgesamt bevorzugen 91 Prozent der Westeuropäer grundsätzlich risikoärmere Anlageformen. In Zentral- und Osteuropa sind es 84 Prozent und in den USA 81 Prozent. Der Anteil der Risikofreudigen ist mit jeweils 16 Prozent in Schweden und den USA am höchsten. Risikoscheu zeigen sich dagegen Deutsche und Italiener: Lediglich 3 Prozent würden risikoreiche Anlageformen wählen, die dafür hohe Renditen versprechen.

Diese vorsichtige Grundhaltung spiegelt sich im aktuellen Anlageverhalten der Privatanleger wider. Im Herbst 2007 – zum Zeitpunkt der zuletzt veröffentlichten Befragung – hatten sich 43 Prozent der Westeuropäer für eine Sparanlage entschieden. Heute sind es knapp 60 Prozent. Auch in den USA zeigt sich dieser Trend. Inzwischen legen 68 Prozent der Amerikaner ihr Geld als verzinsliche Einlage bei einer Bank an. Vor eineinhalb Jahren waren es nur 53 Prozent. In Deutschland stieg der Anteil seitdem um 15 Prozentpunkte auf 55 Prozent.

Auch Lebensversicherungen gewinnen an Beliebtheit. Unter den Westeuropäern haben sich 32 Prozent für den Abschluss einer Lebensversicherung entschieden. Das sind 7 Prozentpunkte mehr als noch im Herbst 2007. Allerdings gibt es hier deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. In Belgien besitzt rund jeder zweite Befragte eine Lebensversicherung. Auch in Amerika hat rund die Hälfte in diese Anlageform investiert. Am anderen Ende der Skala befinden sich die Spanier: Nur 4 Prozent wählen eine Lebensversicherung als Sparmöglichkeit.

An dritter Stelle folgen bei den Westeuropäern mit einem Anteil von 22 Prozent Aktien oder aktienbasierte Fonds. Bei den Amerikanern steht diese Option mit 80 Prozent nach wie vor ganz oben. In Zentral- und Osteuropa setzen dagegen lediglich 3 Prozent auf börsennotierte Papiere.

Noch im Herbst 2007 war der Anteil derjenigen, die in keine der genannten Sparformen investierten, in Westeuropa mit 42 Prozent und in den USA mit 23 Prozent vergleichsweise hoch. Heute hat sich diese Zahl deutlich reduziert: Nur noch 29 Prozent der Privatanleger in Westeuropa und 8 Prozent der US-Amerikaner zählen zu den Nichtsparern.

Vermögenssituation nicht überall gleich

Beim Ansparen von Privatvermögen liegen die Amerikaner deutlich vorn. Insgesamt 38 Prozent der Befragten geben an, mehr als 50.000 US-Dollar Privatvermögen zu besitzen, davon sagen 30 Prozent, dass sie sogar über mehr als 75.000 US-Dollar verfügen. Lediglich 8 Prozent haben kein Privatvermögen. In Westeuropa haben nur 7 Prozent der Befragten mehr als 50.000 Euro auf der hohen Kante. In Osteuropa sind es sogar nur 4 Prozent.

In Westeuropa sind es lediglich die Belgier und Schweden, von denen mehr als 10 Prozent der Bürger nach eigenen Angaben über mehr als 75.000 Euro verfügen. Am Ende der Liste derer, die über 75.000 Euro Privatvermögen besitzen, rangieren mit 2 Prozent Spanier und Deutsche. Insgesamt gibt rund die Hälfte aller westeuropäischen Privatanleger an, weniger als 25.000 Euro privates Vermögen zu haben, 29 Prozent verfügen über keinerlei Privatkapital. In Zentral- und Osteuropa erhöht sich dieser Wert sogar auf 62 Prozent.

Auch in Zukunft zählt die Sicherheit

Dass die privaten Anleger auch künftig das Risiko scheuen, zeigen die Antworten auf die Frage, wie sie derzeit 50.000 Euro (USA: 50.000 US-Dollar) auf verschiedene Anlageformen verteilen würden.

Ein Drittel der Westeuropäer würde bevorzugt Spareinlagen wählen. Noch im Herbst 2007 lag dieser Wert lediglich bei einem Viertel. Auf Platz 2 rangieren mit deutlichem Abstand "andere Investitionen", gefolgt von Lebensversicherungen/Pensionsfonds mit 12 Prozent. Anleihen wählen 10 Prozent, Aktien und aktienbasierte Fonds lediglich 7 Prozent.

Überdurchschnittlich vorsichtig zeigen sich Franzosen und Deutsche: Jeweils 41 Prozent würden auch in Zukunft auf kurzfristige Spareinlagen setzen. In Zentral- und Osteuropa sind diese – neben "anderen Investitionen" – ebenfalls die favorisierte Form des Sparens.

Nur 23 Prozent der Amerikaner bevorzugen die risikoarmen Spareinlagen; ebenso viele würden Aktien oder aktienbasierte Fonds kaufen. Im Herbst 2007 zeigten jedoch auch sie noch deutlich mehr Begeisterung für die Börse: Damals waren für 37 Prozent der Befragten Aktien oder aktienbasierte Papiere interessant; nur 14 Prozent wählten die Bankeinlagen als Favoriten.

Zur Studie

Seit 1999 liefert das Investmentbarometer Daten zur Meinung und zum Verhalten von Privatanlegern in Europa und den USA. In der Studie wurden Privatpersonen unter anderem danach gefragt, welche Finanzanlagen sie besitzen, wie sie gegebenenfalls 50.000 Euro (USA: 50.000 US-Dollar; Zentral- und Osteuropa: 25.000 Euro) anlegen würden und ob sie risikoarme oder -reiche Sparformen wählen würden. Für die aktuelle Studie, die die GfK Custom Research im Auftrag von The Wall Street Journal Europe und mit finanzieller Unterstützung des GfK-Nürnberg e.V. durchgeführt hat, wurden im März und April 2009 rund 11.000 Personen in den 11 Ländern Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Schweden, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und USA befragt.

(gfk)


 


 

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