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Siegertreppchen

Von Sportlern abgeschaut - woher kommen echte Spitzenleistungen?

Die Fussballfans fiebern gerade "dem" Fußballfinale entgegen und freuen sich auf sportliche Spitzenleistungen. Jörg Schneider, ehemaliges Mitglied der Nationalmannschaft im Triathlon, Ultramarathonläufer und mehrfacher Ironman-Finisher, hat bereits selbst eine ganze Reihe von Spitzenleistungen erbracht – im Sport aber auch im Beruf und erklärt das Phänomen "Sieger".

Als Experte für dieses Thema zählt Schneider mittlerweile zu den Top 100 Excellent Trainern in Deutschland und wird regelmäßig von namhaften Unternehmen als Keynote Speaker eingeladen. Im Interview verrät er, warum sich Bestleistung lohnt und was die Voraussetzungen dafür sind.

business-on.de:  Egal ob im Business oder beim Sport, Sie geben sich nur mit Bestleistungen zufrieden. Woher nehmen Sie Ihre Motivation?

Jörg Schneider: Motivation kommt hauptsächlich von innen. Kurzfristig mögen ein wenig mehr Geld oder ein größerer Dienstwagen vielleicht jemanden anspornen, aber das hält nachweislich nicht lange vor. Mir macht es unbändige Freude bei einer großen Meisterschaft auf dem Treppchen zu stehen. Ebenso möchte ich im Business-Bereich vorne in der Top-Liga mitspielen.

business-on.de:  Sie sprechen regelmäßig vor Top-Managern oder Gesellschaftern von erfolgreichen Unternehmen. Können Sie so einem Publikum überhaupt noch etwas beibringen?

Jörg Schneider: Es geht in Vorträgen – im Gegensatz zu Trainings – nicht primär darum, jemandem etwas beizubringen. Eine Rede ist ein Format, in dem in kürzester Zeit ein paar wenige, wichtige Impulse gesetzt werden. Und das idealerweise in einer unterhaltsamen Art und Weise, die die Zuhörer inspiriert und dazu motiviert, das anzupacken und umzusetzen, was sie sich im Inneren längst vorgenommen haben.

business-on.de:  Haben Unternehmen, deren Führungsmannschaft der Wille zur Bestleistung fehlt, heute überhaupt noch eine Chance, dauerhaft am Markt zu bestehen?

Jörg Schneider: Es gibt zwei klassische Wege, profitabel am Markt zu agieren: Entweder man ist der Preisführer oder der Qualitätsführer. Beide Strategien funktionieren, wenn sie gut umgesetzt werden. Mit der absoluten Bestleistung an den Märkten zu operieren ist jedoch langfristig die sicherere und profitablere Alternative. Preise unterbieten können viele. Aber kontinuierlich Bestleistungen in Qualität und Service bieten – das ist deutlich schwerer kopierbar.

business-on.de:  Eines Ihrer Vortragsthemen heißt “Spielregeln für Gewinner”. Welche Regel sollte man unbedingt kennen?

Jörg Schneider: Wenn Sie mich nach der einen Regel fragen, würde ich sagen: radikale Selbstverantwortung. Nur wenn man als Individuum bzw. als Unternehmen hundertprozentig die Verantwortung für sein Handeln übernimmt und die Stimme in einem zum Schweigen bringt, die ständig Ausreden generiert, ist Spitzenleistung möglich.

business-on.de: Sie sind auch als Dozent an verschiedenen Hochschulen tätig. Ist die aktuelle Generation der 20- bis 35-jährigen noch bereit für Höchstleistungen? Oder steht dem ein zu starker Fokus aufs Privatleben entgegen?

Jörg Schneider: Natürlich möchten manche am liebsten ohne viel Anstrengung durchs Leben gehen und sich auf dem Wohlstand, den die Generationen vor ihnen erarbeitet haben, ausruhen. Aber ich erlebe auch genügend junge Leute, die klar erkannt haben, wie viel Spaß es machen kann, aufbauend auf den individuellen Stärken und Schwächen, Talenten und Neigungen, mit leuchtenden Augen Spitzenleistungen zu erbringen.

Und: Spitzenleistungen und Privatleben im Sinne von Work-Life-Balance stehen überhaupt nicht im Widerspruch zueinander. Sie bedingen sich sogar! Nur wer auf ein Gleichgewicht von ANspannung und ENTspannung achtet, wird nachhaltig Überdurchschnittliches leisten können.

business-on.de: Kann jeder Mensch Bestleistungen erbringen oder bedarf es dazu besonderer Voraussetzungen?

Jörg Schneider: Ich glaube fest daran, dass grundsätzlich jeder Mensch Bestleistungen erbringen kann. Viele Menschen nutzen leider ihre Stärken und Talente nicht oder ihnen fehlen die Vorbilder, die ihnen zeigen, wie viel Spaß es machen kann, in einem Bereich an der Spitze zu stehen.

Außerdem limitiert man oftmals unnötig sein Denken in Bezug darauf, was machbar ist, oder was als Spitzenleistung gelten kann.
Beispielsweise wurde ich vor Kurzem von einer Servicekraft in einer einfachen Kantine bedient, die aus meiner Sicht alle Kriterien von herausragender Leistung erfüllte. Sicher wird sie deshalb nicht wirklich überdurchschnittlich bezahlt werden, aber man sah ihr an, dass sie deutlich mehr Spaß an ihrem Job hatte als ihre Kollegen. Und sie bereitete mir als ihrem Kunden in diesem einen Moment Freude. Was kann man mehr wollen? Zufriedene Kunden, die ich glücklich machen konnte und die mich weiterempfehlen.

business-on.de:  Was ist der größte Feind der Spitzenleistung?

Jörg Schneider: Es nicht zu versuchen. Wer sich nichts zutraut, der wird auch nichts erreichen. Wer nicht verlieren will, wird auch nicht gewinnen. Es ist einer der größten Fehler zu glauben, dass all diejenigen, die herausragende Leistungen erbringen, mit besonderem Talent gesegnet wären.

Mit der richtigen Einstellung und harter Arbeit kann man es fast überall sehr weit bringen.

business-on.de:  Mit Ihren Vorträgen ziehen Sie das Publikum in Ihren Bann – mit eindrücklichen Beispielen, Witz und viel Humor. Wie wichtig ist Humor bei einem Leben auf der Überholspur?

Jörg Schneider: Gerade hier in Deutschland sollte man immer wieder auf die große Bedeutung von Humor hinweisen. Ich erlebe in meinen Vorträgen immer wieder, dass praktisch alle Menschen Humor lieben. Zudem werden Impulse und Lernpunkte nachweislich viel besser aufgenommen, wenn man sie humorvoll und mit Witz vermittelt bekommt. Auch lassen sich schwierige Phasen im Leben besser mit Humor durchstehen. Und schließlich ist es manchmal einfach wichtig, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen.

business-on.de:  Als Manager, Sportler und Trainer haben Sie scheinbar Spitzenleistungen nahtlos aneinandergereiht. Kennen Sie auch Misserfolge?

Jörg Schneider: Wie Ihnen jeder erfolgreiche Mensch bestätigen kann, ist der Weg des “Spitzenleisters” gepflastert mit Misserfolgen. Es gibt einen Werbespot, der das gut veranschaulicht. Einer der weltbesten Basketballspieler aller Zeiten sagt darin. “Ich habe mehr als 9000 Würfe verfehlt. Ich habe fast 300 Spiele verloren. 26 Mal hat man mir den spielentscheidenden Wurf anvertraut und ich habe versagt. Ich habe wieder und wieder und wieder verloren in meinem Leben. Und das ist, warum ich gewinne.”

business-on.de:  Sie arbeiten derzeit an Ihrem ersten Buch. Können Sie zum Inhalt schon etwas verraten?

Jörg Schneider: Es wird einerseits ein leidenschaftliches Plädoyer für Spitzenleistung, andererseits zeigt es auf, was Spitzenleistung begünstigt, was sie behindert und was man konkret tun kann, um zukünftig noch mehr Herausragendes in seinem Leben zu schaffen.

Jörg Schneider zählt zu den führenden Experten für Spitzenleistung im deutschsprachigen Markt. Er bringt auf der einen Seite selbst nachprüfbare, messbare Spitzenleistungen (vornehmlich im Sport), auf der anderen Seite vermittelt er aber auch in einzigartiger Weise, was Spitzenleistung ausmacht und was sie abgrenzt zu banalen Ziele- und Erfolgsplattitüden. Dank seiner persönlichen Begeisterung macht er klar, wie jeder Einzelne Spitzenleistungen erbringen kann, warum das sinnvoll ist und wie viel Spaß man dabei haben kann.

(Redaktion)


 


 

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