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Korruptionsskandal Siemens

Siemens und Pierer offenbar kurz vor Vergleich über Schadenersatz

Im Streit um Schadenersatzforderungen wegen des Korruptionsskandals zeichnet sich laut Medienberichten eine Einigung zwischen Siemens und dem langjährigen Konzernchef Heinrich von Pierer ab.

Beide Seiten hätten sich auf einen Vergleich verständigt, berichteten "Die Welt" und die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochausgaben). Dabei müsse Heinrich von Pierer offenbar nicht die ursprünglich von Siemens geforderten sechs Millionen Euro überweisen.

Allerdings müsse er weiterhin mehr als alle anderen Ex-Vorstände bezahlen. Pierer sei bereit, mehr als vier Millionen Euro zu zahlen, heißt es laut "Welt" in Verhandlungskreisen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet von fünf Millionen Euro.

Ein Siemens-Sprecher wollte die Berichte nicht kommentieren und verwies auf die Aufsichtsratssitzung am Mittwoch (2. Dezember). Dabei werde sich das Gremium mit "den erfolgten Vergleichsvorschlägen" beschäftigen. Allerdings sei die Zahlung möglicher Schadenersatzleistungen ein "zweistufiges Verfahren". Einer möglichen Einigung müsse noch die Hauptversammlung zustimmen. Die nächste Sitzung der Anteilseigner findet am 26. Januar statt.

Siemens verlangte ursprünglich von zehn früheren Spitzenmanagern zwischen 500 000 und sechs Millionen Euro. Pierer hatte die Spreizung zunächst als willkürlich bezeichnet. Er hatte stets betont, von dem Schmiergeldsystem bei Siemens nichts gewusst zu haben. Im Zuge der Korruptionsaffäre waren bei Siemens 1,3 Milliarden Euro in dunklen Kanälen versickert, das meiste wohl für Schmiergeldzahlungen im Ausland. Die Schmiergeldaffäre soll den Konzern bislang mehr als zwei Milliarden Euro gekostet haben.

(ddp)


 


 

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