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Löscher verlängert bis 2017

Siemens-Vorstandschef Peter Löscher soll Europas größten Elektronikkonzern auch in den kommenden sechs Jahren führen. Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag des 53-jährigen Österreichers am Mittwoch bis April 2017.

Einstimmig bewilligten die Aufseher auch Industrievorstand Siegfried Russwurm und Chefjurist Peter Solmssen eine weitere Amtszeit - allerdings erst nach einer kritischen Debatte über das teure Ende der Atompartnerschaft mit Areva.

Löscher war nach dem Auffliegen der Schmiergeldaffäre im Juli 2007 vom US-Pharmakonzern Merck als erster Externer an die Spitze des Münchner Traditionskonzerns geholt worden. Als neuer Rechtsvorstand und Garant für saubere Geschäfte zog der US-Manager Solmssen im selben Jahr in den Siemens-Vorstand ein. Mit Billigung des Chefjuristen beendete Löscher 2009 die Partnerschaft mit dem französischen Atomkraftwerksbauer Areva und kündigte eine neue Partnerschaft mit dem russischen Staatsbetrieb Rosatom an. Aber ein Schiedsgericht verurteilte Siemens jetzt wegen Vertragsbruchs zu einer Strafzahlung von 648 Millionen Euro.

"Der Aufsichtsrat hat im Zusammenhang mit dem Schiedsspruch die Entscheidungsabläufe noch einmal kritisch nachvollzogen, auch unter Hinzuziehung externen Sachverstands", sagte ein Sprecher. Auch der Vorstand habe den Vorgang noch einmal kritisch geprüft. Seit der Rosatom-Vereinbarung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin habe sich der Umsatz in Russland verdreifacht auf drei Milliarden Euro, hieß es aus Unternehmenskreisen.

Auf Profit getrimmt

Löscher hat Siemens in den vergangenen vier Jahren eine schlankere Struktur verpasst, 17.000 Stellen gestrichen und den Konzern erfolgreich durch die Wirtschaftskrise gesteuert. Trotz leicht gesunkener Umsätze schaffte er 2010 im Kerngeschäft ein Rekordergebnis von 7,8 Milliarden Euro. Vor allem mit energiesparender Industrietechnik will Löscher den Umsatz in den kommenden Jahren auf 100 Milliarden Euro steigern - Siemens soll als "grüner Infrastrukturpionier" Kasse machen.

Der globale Aufschwung nach der Krise verliert aber an Schwung. Im Herbst will Löscher die Lichttochter Osram an die Börse bringen. Weitere Baustellen sind die Medizintechnik, wo hohe Abschreibungen bei der Krebsbestrahlung anstehen, und die Telefonnetz-Partnerschaft NSN mit Nokia. Die Zahlen des dritten Quartals des Siemens-Geschäftsjahres will Löscher am (morgigen) Donnerstag vorlegen. Der Umsatz lag auf der Höhe des Vorquartals, der Auftragseingang darüber, der Gewinn dagegen darunter, wie Finanzchef Joe Kaeser bereits mitgeteilt hat.

(dapd-bay)


 


 

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