Smart Grid Security
Hausaufgaben für die Energiewende
München. IT-Sicherheit und Smart Grid gehören zu den Top-10-Trends des Jahres 2012, wie eine aktuelle Umfrage des Branchenverbandes BITKOM belegt. Was vielen jedoch noch nicht klar ist: Die beiden Trends sind im Grunde ein einziger – zusammengefasst unter dem Schlagwort Smart Grid Security.
„Das intelligente Energienetz braucht ein Sicherheitskonzept. Sonst ist alles im Eimer, bevor es überhaupt entstanden ist“, sagt die Stuttgarter IT-Expertin Martina Dietschmann. Auf der E-World , die Anfang Februar in Essen stattfindet, könnte dies zum zentralen Thema werden.
Größte Sorge betrifft Ausfälle und Sicherheitslöcher
Bei der Umfrage des BITKOM belegt IT-Sicherheit Platz 3 und das Thema Smart Grid/E-Energy Platz 9. Das Thema Smart Grid ist erstmals in den Top 10 vertreten, IT-Sicherheit hat im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zugelegt. „Wir spüren die Verunsicherung der Energiewirtschaft beim Smart Grid. Die meisten Sorgen beziehen sich auf mögliche Ausfälle und auf Sicherheitslöcher. Beide Bedrohungsszenarien entstehen durch die vielen verschiedenen Komponenten, aus denen das Smart Grid entsteht“, sagt Dietschmann vom Netzwerkunternehmen Nash Technologies .
Standards und Architektur des Netzes
Denn im intelligenten Netz verschmelzen zahlreiche neue Technologien mit der bestehenden Energie-Infrastruktur. Wind, Solar, Bioenergie – die dezentral aus ganz Deutschland Energie liefern – müssen mit der klassischen Energieerzeugung verwoben werden und in die sich verändernden Netze integriert werden. Die Steuerung des Smart Grids läuft über das Internet, was noch mehr Integrationsarbeit bedeutet. „Wir müssen dies von Anfang an beachten“, sagt Dietschmann und plädiert für einen branchenübergreifenden Dialog über die Standards und die Architektur des Netzes.
"Smart Meter Gateways" als Knotenpunkte sichern
Ein Beispiel für die verschiedenen Komponenten, die im Smart Grid berücksichtigt werden müssen, sind die „Smart Meter Gateways“. In den Gateways werden die Energieverbrauchswerte von vielen Anschlussnutzern, wie zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern oder großen Liegenschaften, erfasst, gesammelt und weitergeleitet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, hat dazu ein „Schutzprofil“ entworfen. Das sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Dietschmann: „Die Gateways sind ein Knotenpunkt von vielen, und sie alle müssen ordentlich gesichert sein.“ Auf der E-World zeigen die Stuttgarter Netzwerkspezialisten ihr „Smart Energy Testing Framework“ am Smart Energy Gemeinschaftsstand .
„Das Framework kann letztlich jeden beliebigen Knotenpunkt oder ganze Netzbereiche im Smart Grid simulieren oder emulieren. Wir testen die Schnittstellen, indem wir sie mit Datenpaketen beschießen und überprüfen so, ob sie auch unter sehr starker Belastung halten“, erläutert Dietschmann. Die Ausfallsicherheit des intelligenten Stromnetzes müsse letztlich mindestens so hoch liegen, wie beim Telefonnetz, nämlich bei einer Verfügbarkeit von 99,999 Prozent der Gesamtzeit – oder einer Ausfallzeit von maximal fünf Minuten im Jahr. Für ausgewählte Netzwerkelemente sind durchaus auch höhere Verfügbarkeiten zu erreichen.
(Gunnar Sohn ne-na.de)
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