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Der Babysitter für Facebook

Mit einer Gag-App macht derzeit die Hamburger Kreativagentur Kolle Rebbe von sich reden: Der kostenlose SocialSitter dient als Ersatz-Account-Betreuer. Dieser springt ein, falls der eigentliche Besitzer sein Social-Media-Profil bei Facebook und Co. zeitweise - z.B. wegen fehlender Internetverbindung im Urlaub - nicht selbst auf dem aktuellsten Stand halten kann.

"Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es einmal wirklich so weit kommen wird. Wir wollten die ersten sein, die die Idee aufgreifen. Es haben sich schon sehr viele Interessenten beworben, bislang mehr potenzielle Vertreter als Vertretene", so Kolle Rebbe. Dass tatsächlich Facebook-Accounts von freiwilligen Vertretern bedient werden, ist unwahrscheinlich.

Innovatives Konzept

Die Jux-Erfindung der Kreativagentur soll das Verweisen eines Social-Media-Profils im Falle von Abwesenheit oder Unpässlichkeit verhindern. Theoretisch können Nutzer von Social Sitter unter mehreren Kandidatinnen und Kandidaten den passenden Stellvertreter auswählen, für einen einzelnen Tag oder gleich mehrere Wochen.

Eine Umsetzung in die Realität ist trotz des großen Interesses aus mehreren Gründen schwierig. Das Abtreten der Zugangsdaten an Unbekannte stellt eine erste Hürde dar. Die Geschäftsbedingungen von Facebook bestehen zudem auf die Möglichkeit, einer Person eindeutig ein Profil zuordnen zu können.

Selbst rechtliche Probleme sind bei Missbrauch nicht auszuschließen. Als Werbegag funktioniert das Konzept auf jeden Fall, Potenzial gibt es aber auch in der Realität.

"Für Verantwortliche in Unternehmen kann ein solcher Ansatz interessant sein, da eine tägliche Betreuung der sozialen Medien für sie Pflicht ist. Bei Abwesenheit entsteht schnell der Eindruck, dass sich keiner um die Anliegen der Kunden kümmert. Die Vertretung müssten aber bezahlte externe Profis übernehmen", erklärt Social-Media-Consultant Gregor Liebig.

Freiraum muss sein

Für Kleinunternehmen ist eine lückenlose Betreuung des Auftrittes in den sozialen Netzwerken weniger wichtig. "Sie sollten zumindest wöchentlich ein Lebenszeichen von sich geben", so Liebig.

Privatpersonen sollten im Falle eines Urlaubs oder einer Phase stressiger Arbeit dann doch lieber auf ihre Online-Identität pfeifen. "Soziale Netzwerke sollten kein Zwang sein. Gerade für Privatpersonen muss ein gewisser Freiraum erhalten bleiben, auch bei einem mehrwöchigen Urlaub", rät der Social-Media-Experte.

(FN)


 


 

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