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Aktiv auf dem Weg zum Passivhaus

Solar beheizte Häuser sind die Zukunft

BAYERNenergie e.V., der Verein unabhängiger Energieberater in Bayern feierte am 18.09.09 sein 10-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass veranstalte man ein Symposium mit anspruchsvollen Vorträgen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Architektur und Städtebau.

Der BAYERNenergie e.V. wurde vor 10 Jahren von Architekten, Ingenieuren und Handwerkern gegründet. Der Verein versteht sich als Interessenvertretung für das Berufsfeld des Energieberaters. Die etwa 420 Mitglieder haben sich hohe Qualitätsstandards zum Vorteil von Bauherren und Eigentümern als Ziel gesetzt. Teilnehmer des anlässlich des Jubiläums in der Münchner Freiheizhalle veranstalteten Symposiums waren sowohl Energieberater, Handwerker, Architekten, Ingenieure, als auch Vertreter von Kommunen, Ministerien, Wirtschaft und Wissenschaft.

„Der Energiebedarf der Gebäude ist nach wie vor die höchste Schadstoffquelle“, erläuterte Vereins-Vorsitzender Friedmann Zeitler in seinem einführenden Vortrag. „40 % der Energie wird hierzulande für Heizung und Warmwasser gebraucht.“ Deshalb sei es nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern auch des Umweltschutzes, auf das Passivhaus hin zu arbeiten. Der Passivhausstandard birgt ein besonders großes Sparpotential an Energie, CO2-Ausstoß und Geld. Darüber hinaus kann er zum Erreichen der Klimaschutzziele eine Schlüsselrolle einnehmen, denn der Heizwärmebedarf eines Passivhauses liegt bei nur 15 kWh/m²/Jahr. Der Durchschnitt im aktuellen Wohnbestand liegt bei 150...275 kWh/m²/Jahr.

Bemerkenswert war der Vortrag von Dr. Hans-Richard Knoche, der in Vertretung des international renommierten Wissenschaftlers und eines der weltweit einflussreichsten Klimaforschers, Prof. Dr. Wolfgang Seiler, die Herausforderungen und Chancen des Klimawandels beleuchtete. Dr. Knoche machte klar, dass der Klimawandel bereits im vollen Gange ist und mit sofortigen Maßnahmen nicht mehr rückgängig gemacht, sondern lediglich abgemildert werden könne. Im Anschluss zeigt der Architekt Rainer Vallentin den Weg zur Passivhaussiedlung, einem Wohnkonzept, das den Klimaschutz weiter vorantreiben kann. Hier sei auch ein Umdenken in der Stadtplanung erforderlich.

Den „Störfaktor Mensch“ erforschte Helmut Meisl, bei einer Salzburger Wohnungsgesellschaft für die Haustechnik zuständig, denn der Mensch kann durch sein Verhalten das beste Passivhauskonzept zum Einsturz bringen. Sein Credo: „Die Wohnung muss für den Bewohner konzipiert sein und nicht für die Vorgaben der Haustechnik. Nur eine Wohnung ohne Bedienungsanleitung ist eine gute Wohnung.“ Das bedeute, dass energieeffiziente Technik möglichst selbständig funktionieren muss, damit sie vom Benutzer auch akzeptiert wird.

Zum Abschluss der Vortragsreihe zeigte Josef Jenni, der Schweizer Solarpionier, die Möglichkeiten und Grenzen der Sonnenenergie auf. In einer beeindruckenden Präsentation wies er nach, warum sie als integraler Bestandteil moderner Passivhäuser unverzichtbar ist. „Solar beheizte Häuser sind die Zukunft.“ Dass das heute schon auch in unseren Breiten funktioniert, könne an Hand ausgeführter Projekte nachgewiesen werden.

(Peter von Bechen)


 


 

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