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SPD-Mietpreisbremse

"Deckelung von Neumieten verschärft die Wohnungsnot"

Laut Medienberichten plant die SPD im Falle eines Wahlsiegs bei der kommenden Bundestagswahl eine drastische Mietpreisbremse. Marc Stilke, CEO des Immobilienportals ImmobilienScout24, sieht vor allem in der Deckelung der Neumieten einen gefährlichen Eingriff in kommunale Immobilienmärkte.

Dieser schrecke private Investoren ab und subventioniere die Mieten von Besserverdienenden.

Die SPD-Bundestagsfraktion legte in ihrer Jahresauftaktklausur vor kurzem ein Strategiepapier mit dem Titel „Bezahlbares Wohnen in der Sozialen Stadt“ vor. Inhaltlicher Schwerpunkt ist unter anderem eine geplante Deckelung bei Neuvermietungen und Bestandsmieten, die im Falle eines Wahlsiegs bei der Bundestagswahl im Herbst umgesetzt werden soll.

"Neue Wohnungen entstehen nicht durch Mietpreisdeckelung"

„Den Ansatz des SPD-Papiers, dass gute und energieeffiziente Wohnungen nicht zum Luxusgut werden dürfen, begrüßen wir“, so Marc Stilke, CEO von ImmobilienScout24. „Die Deckelung von Neumieten halte ich allerdings für den falschen Weg. Dies ist ein Eingriff in kommunale Immobilienmärkte und schreckt private Investoren angesichts geschmälerter Renditen ab. Neue Wohnungen entstehen nicht durch Mietpreisdeckelung. Damit werden letztlich nur die Mieten von Besserverdienenden subventioniert, da sich der Vermieter immer für den solventesten Mieter entscheidet.“

Bezahlbare Mietwohnungen in innerstädtischen Lagen sind heute schon ein knappes Gut. Das liegt zum einen daran, dass zu wenig gebaut wird. Zum anderen ziehen immer mehr Menschen in deutsche Großstädte. Die Lage hat sich bereits in einigen Städten zugespitzt. Eine Entwicklung, die auch ImmobilienScout24 verzeichnet. So kamen beispielsweise auf eine Wohnungsanzeige in Berlin-Kreuzberg im Dezember 2012 im Durchschnitt über 14 Bewerber. In München ist die Lage noch angespannter. Im aufstrebenden Münchner Stadtteil Obergiesing kamen im letzten Monat durchschnittlich 38 Bewerber auf eine inserierte Mietwohnung. Im Vergleich zu 2009 entspricht dies in Berlin-Kreuzberg einer Zunahme um 56 Prozent, in München-Obergiesing um 356 Prozent.

Kein Thema für die Bundes- sondern die Kommunalpolitik

Erschwinglicher Wohnraum ist dringend notwendig, um dem steigenden Druck auf dem Wohnungsmarkt entgegenzuwirken. „Städte müssen viel mehr Flächen in innerstädtischen Lagen für den Wohnungsbau freigeben. Sofern sie über Bauland im Zentrum verfügen“, so Marc Stilke, CEO von ImmobilienScout24. „Oder die Städte investieren in gute Verkehrsanbindungen in Stadtrandgebiete, um diese als Wohnort attraktiv zu machen. Das kann nicht auf Bundesebene, sondern nur auf kommunaler Ebene gelöst werden.

Hier muss die kommunale Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, so dass sich Neubau für Investoren lohnt. Public-Private-Partnership-Projekte können ein Ansatz sein, um in der Zusammenarbeit von Kommunen und privaten Investoren Brachflächen in neue Wohnquartiere zu verwandeln.“

Quelle: DEAL-Magazin

(Redaktion)


 


 

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