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Digitale Speichermedien

Praktische Datenspeicherung für Laien und Experten

Das Schöne an den neuen Digitalkameras ist die nahezu unbeschränkte Speichergröße. Man kann so viele Urlaubsfotos schießen, wie man will und die besten 200 hinterher auf eine CD brennen - so die landläufige Meinung.

Speicherexperte Uwe Borghoff von der Universität der Bundeswehr in Neubiberg kann da nur den Kopf schütteln. Er rät dazu, die Lieblingsfotos am besten auszudrucken, wenn man in 20 Jahren noch etwas davon haben will.

"CDs sind keine Dauerspeichermedien und DVDs sind noch schlimmer", warnt der Informatikprofessor. Denn die silbernen Scheiben zerstören sich im Laufe der Jahre schleichend und unbemerkt selbst. "Ich rate zu nett gestalteten Fotobüchern." Etwas haltbarer, so schätzungsweise 30 Jahre, seien SD-Karten, USB-Sticks oder natürlich externe Festplatten, wobei letztere wieder etwas anfälliger für mechanische Belastungen sind.

Auch bei den Dateiformaten, in denen Fotos, Texte, Musik, Präsentationen oder Animationen abgespeichert werden, kann man viel
falsch machen. Borghoff rät zu Standardformaten wie .tiff, .wav oder
.pdf. "Die sind so gängig, die wird man auch in 100 Jahren noch lesen
können", versichert der Experte.

Außerdem sollten die Daten möglichst auf mehreren verschiedenen
Medien gespeichert werden. So hält es Borghoff zum Beispiel für eine
gute Idee, neben der Festplatte im eigenen Rechner auch noch Internet-Datenbanken und externe Festplatten zu nutzen. Wenn einer der Speicher ausfallen sollte, sind die Dateien so noch als Sicherungskopie vorhanden.

Für Profis empfiehlt der Professor die sogenannte Migration, das
ständige Überspielen der Daten von alten Speichermedien auf die
gerade aktuellen. Noch besser für eine auch in historischem Maßstab
dauerhafte Sicherung sei das Verfahren der Emulation. Dabei werden
nicht nur die Dateien abgespeichert, sondern auch eine mathematisch
genaue Beschreibung des Formats mitgeliefert. Dann können auch noch künftige Informatikergenerationen auf ihren modernen Computern
nachvollziehen, wie es funktioniert. Noch sei die Forschung hier aber
am Anfang. "In 150 Jahren wird die Emulation eine ganz heiße Kiste."

(ddp/poh/ton)


 


 

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