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Spielwarenmesse in Nürnberg

Kontrolleure bemängeln auf Spielwarenmesse 312 Produktneuheiten

Kontrolleure des Gewerbeaufsichtsamts haben bei Stichproben auf der Spielwarenmesse in Nürnberg etwa jedes sechste Produkt bemängelt.

Von insgesamt mehr als 70.000 Messeneuheiten und Prototypen wurden 2.000 geprüft und davon noch vor ihrer Markteinführung 312 beanstandet, wie die bayerische Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) am Montag in Nürnberg mitteilte.

Obwohl vor einem Jahr noch jedes vierte kontrollierte Produkt Mängel aufwies, wollten Haderthauer und Steffen Wolf vom Gewerbeaufsichtsamt nicht von einem rückläufigen Trend sprechen. "Es werden ja immer nur Stichproben gemacht", erklärte Wolf.

Erfreulich sei allerdings, dass die Aussteller, die den Prüfern im Vorjahr negativ aufgefallen waren, in diesem Jahr einwandfreie Ware an ihren Standen gehabt hätten. "Die Beratung der Marktaufsicht trägt Früchte", betonte die Ministerin. Auch in diesem Jahr sei der Informations- und Beratungsbedarf der Hersteller groß gewesen.

Die meisten der beanstandeten Produkte verstießen laut Haderthauer gegen die Kennzeichnungspflicht. Das heißt, auf Spielware, die beispielsweise für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet ist, weil Kleinteile verschluckt werden könnten, fehlten entsprechende Hinweise.

Schwerwiegende Mängel seien nur in wenigen Fällen aufgedeckt worden. Unter anderem hatte ein US-Anbieter von Modellbauzubehör Sekundenkleber verteilt, auf dem entsprechende Warnhinweise nur in englischer Sprache waren. Außerdem hatte ein asiatischer Hersteller ein sogenanntes Quell-Spielzeug am Stand, das sein Volumen bei Berührung mit Wasser statt der erlaubten maximal 50 Prozent um 600 Prozent vergrößerte. "Wenn da ein Teil abgebissen und verschluckt wird, ist das sehr gefährlich", sagte Haderthauer. Diese Produkte seien sofort vom Stand entfernt worden.

Um die Sicherheit der Produkte für die Verbraucher nachvollziehbar zu machen, forderte Haderthauer erneut eine europaweite Einführung des deutschen GS-Siegels für "Geprüfte Sicherheit". Anders als das CE-Siegel, das auf der Eigenauskunft der Hersteller beruht, garantiere das GS-Zeichen, dass hier Spielzeug von einer unabhängigen Prüfstelle getestet worden sei.

Der weltweit größte Branchentreff für Spielwaren geht am (morgigen) Dienstag zu Ende. Insgesamt zeigten knapp 2.700 Aussteller aus 63 Ländern über eine Million Produkte. 552 Hersteller wurden von Donnerstag bis einschließlich Samstag von der Gewerbeaufsicht überprüft.

(dapd-bay Anna Ringle-Brändli)


 


 

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