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Forschungsintensive Industrien - Spitzenposition für Deutschland

Deutschland gehört weltweit zu den größten Produzenten und Exporteuren forschungsintensiver Güter. Das ist das Ergebnis zweier jetzt veröffentlichten Studien des DIW Berlin.

Fast die Hälfte der Gesamtwertschöpfung, soviel wie in keinem anderen Land, stammt in Deutschland aus forschungsintensiver Produktion und wissensintensiven Dienstleistungen. 1995 waren es noch 42 Prozent. Gleichzeitig exportierte die deutsche Wirtschaft 2007 forschungsintensive Güter im Wert von fast 800 Milliarden US-Dollar, 80 Milliarden mehr als die USA und fast 300 Milliarden mehr als Japan. Um diese Spitzenposition halten oder ausbauen zu können, sind Investitionen in Forschung und Bildung dringend geboten.

In der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Nachfrage nach Investitionsgütern in allen Branchen stark zurückgegangen. Wegen seiner starken Spezialisierung auf forschungsintensive Güter, die oft Investitionsgüter sind, war Deutschland von diesem Rückgang besonders stark betroffen. Die Autoren einer neuen Studie des DIW Berlin für die Expertenkommission Forschung und Innovation, sind sich aber sicher, dass Deutschland gerade wegen dieser Spezialisierung gestärkt aus der Krise hervorgehen wird: "Mittel- und langfristig hat Deutschland im internationalen Wettbewerb eine sehr gute Ausgangsposition", so Industrieökonomin Heike Belitz. "Wenn die Märkte mit dem Krisenende wieder anspringen, wird die deutsche Industrie darauf gut vorbereitet sein."

Industrie effizient, wissensintensive Dienstleistungen aber noch ausbaufähig

Der Grund für den Erfolg der forschungsintensiven Industrie in Deutschland liegt vor allem in der hohen Produktionseffizienz: Die ist zwischen 1995 und 2005 in Deutschland deutlich angestiegen. Deutschland arbeitet damit deutlich effizienter als Japan und alle anderen EU-Staaten, noch effizienter arbeiten nur die USA. Verbesserungspotential gibt es dagegen bei wissensintensiven Dienstleistungen wie Forschung und Entwicklung oder Datenverarbeitung. Hier belegt Deutschland nur einen Mittelfeldplatz. Der Grund dafür liegt für Heike Belitz in den Wettbewerbsbedingungen: "Viele Dienstleistungsbranchen sind in Deutschland stärker reguliert als anderswo."

Innovationen als Lebensversicherung für Hochlohnländer

Die Produktion und der Export forschungsintensiver Güter ist für ein Land wie Deutschland von besonderer Bedeutung: "Deutschland ist ein Hochlohnland", erklärt DIW-Forschungsprofessor Dieter Schumacher. "Und Hochlohnländer brauchen Forschung und Innovationen, um die hohen Löhne zu rechtfertigen." Dass das funktioniert, könne man zurzeit gut beobachten: "Trotz der Krise sehen wir keine Gefahr großer Produktionsauslagerungen. Es gibt eher einen Trend zur Rückbesinnung auf den Produktionsstandort Deutschland." Der Grund: Forschungsintensive Produktion habe einen großen Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal, den nicht jedes Land decken könne.

Hintergrund: Forschungsintensive Industrie und wissensintensive Dienstleistungen

Als forschungsintensiv bezeichnet man alle Waren oder Güter, bei denen der Anteil von Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen am Gesamtumsatz über 2,5 Prozent liegt. Bei wissensintensiven Dienstleistungen ist dagegen der Anteil hoch qualifizierter Beschäftigter der entscheidende Faktor: Liegt der Anteil der Erwerbstätigen mit Hochschulabschluss über dem Durchschnittswert von elf Prozent, und sind gleichzeitig mehr als 4,5 Prozent der Beschäftigten Ingenieure oder Naturwissenschaftler, so spricht man von einer wissensintensiven Dienstleistung.

(DIW)


 


 

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