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  • 11.04.2013, 08:36 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Stadt und Jurist warnen

Schreiben der „Gewerbeauskunft-Zentrale“ ist „Abzocke von Unternehmen“

Das Formular ist eigentlich schnell ausgefüllt. Gefragt wird unter anderem nach der Rechtsform des angeschriebenen Unternehmens, nach dem Betriebsnamen, der Betriebsstätte, Telefon, Fax, Branche und EMail. Mit einer Unterschrift soll das Blatt bestätigt werden. Absender ist die GWE-Wirtschaftsinformations-GmbH in Düsseldorf.

Das Schreiben, das Rechtsanwalt Uwe Berger in den Händen hält, macht einen überaus amtlichen Eindruck. Doch dieser Eindruck täuscht. Mit dem Schreiben der Gewerbeauskunft-Zentrale aus Düsseldorf sollen Unternehmen abgezockt werden. Der Anwalt aus Münster warnt vor dem Schreiben – und vor allem davor, voreilig auf die irreführende Werbung der Gewerbeauskunft-Zentrale einzugehen.

Bis zu 600 Euro pro Jahr könnte ein solcher Reinfall pro Jahr kosten, wenn sich ein Unternehmen im Online-Branchenbuch der Gewerbeauskunft-Zentrale listen ließe. Diesen Betrag zahlen Empfänger der Schreiben aber nur für zwölf Monate. Meistens verpflichteten sich die Empfänger des Schreibens aber schon für zwei Jahre. Und wer es dann noch verpasst, den „Dienst“ zu kündigen, der zahle auch noch ein weiteres Jahr.

Die Stadt Münster warnte erst kürzlich vor den Schreiben der Gewerbeauskunft- Zentrale. Diese kursierten in der Stadt.

Auch der Jurist Uwe Berger in Münster hat ein solches Schreiben der Gewerbeauskunft- Zentrale schon bekommen. Den großen Hinweis „Rückantwort gebührenfrei per Fax“ bezeichnet der 47-Jährige als „Schweinerei“. Überhaupt führe die Gestaltung der Schreiben „haarscharf am Betrug vorbei“. Kaum jemand lese sich das Kleingedruckte bis zur letzten Zeile durch. Gezielt würden mit dem Formular unaufmerksame Leser im normalen Alltagsgeschäft einer Unternehmens auf den falschen Weg geleitet. Die Rechnung, die Adressaten bezahlen, ist hoch.

Der münsterische Rechtsanwalt, der inzwischen mehrere Mandanten in dieser Angelegenheit vertritt, spricht von einer Art Wanderzirkus. „Ein paar Jahre wird ein solches Formular auf den Markt gebracht, dann denke man sich etwas Neues aus“, beschreibt Berger die Gangart der Absender.

Der Jurist warnt aber auch vor dem massiven Mahnwesen der Gewerbeauskunft-Zentrale, auf die zahlreiche Adressaten versehentlich hereinfallen würden. Aber mit einer Einmalzahlung sei es nicht getan. Nach einem weiteren Jahr kommt erneut eine Rechnung.

Insgesamt seien schon viele Firmen auf Schreiben der Gewerbeauskunft-Zentrale hereingefallen. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt wegen des Anfangsverdachts des Betrugs, sagt Uwe Berger.

(Redaktion)


 


 

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