Steuerflüchtlinge
Steuerexperte: Bundesweit bislang 2500 Selbstanzeigen
München. Für den Staat hat sich nach Ansicht der Deutschen Steuergewerkschaft bereits die Diskussion über den Ankauf von CDs mit Daten von mutmaßlichen Steuerflüchtlingen gelohnt.
"Es sind bundesweit rund 2500 Selbstanzeigen eingegangen. Wenn man die ersten Proben nimmt, dann sind im Durchschnitt 100.000 Euro bis 150.000 Euro pro Selbstanzeige nachbezahlt worden", sagte der Vorsitzende der Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek, in München dem Bayerischen Rundfunk. Das sei "ein satter Millionenbetrag, der jetzt schon in der Kasse ist".
Für die bayerische Staatskasse rechnet der gelernte Steuerfahnder Ondracek mit Einnahmen in Höhe von bislang rund 60 Millionen Euro. Es
habe im Freistaat bis Donnerstag 644 Selbstanzeigen gegeben. Nach seiner Einschätzung kommen die meisten Selbstanzeigen aus größeren Städten, rund 100 davon dürften aus Niederbayern und der Oberpfalz stammen.
Ondracek sprach sich für den Kauf der CDs mit den Daten von mutmaßlichen Steuerflüchtlingen aus, weil sich die Beamten der Finanzverwaltung sonst der Strafvereitelung im Amt strafbar machten. Allein Bayern seien drei solcher CDs angeboten worden.
Die Deutsche Steuergewerkschaft ist nach eigenen Angaben die gewerkschaftliche Interessenvertretung des Personals der Steuerverwaltung und des nicht richterlichen Dienstes der Finanzgerichte. Außerdem vertritt der Landesverband NRW die Beschäftigten des Staatlichen Rechnungsprüfungsamts für Steuern in Münster und des Bau- und Liegenschaftsbetriebs. In ihr sind Beamte jeder Laufbahn, Angestellte und Arbeiter organisiert.
(ddp)
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