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Steuerkammer München

Steuerliche Änderungen 2014 – was Unternehmer wissen müssen

Dr. Hartmut Schwab, Präsident der Steuerberaterkammer München, im Interview zu geänderten Rahmenbedingungen für Arbeitgeber, Exporteure und Dienstleister.

Worauf sollten Unternehmer achten, wenn sie ihre Mitarbeiter zur Betriebsfeier einladen wollen?

Die Kosten der Feier dürfen nicht mehr als 110 Euro einschließlich Umsatzsteuer pro Mitarbeiter betragen. Andernfalls muss der Arbeitgeber Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abführen. Ab diesem Jahr können Arbeitgeber unterm Strich aber trotzdem mehr für ihre Angestellten ausgeben: Sie müssen die Kosten für den äußeren Rahmen einer Veranstaltung nicht mehr in die 110-Euro-Grenze einbeziehen. Dazu gehören zum Beispiel Aufwendungen für die Organisation der Veranstaltung oder Mietkosten für den Saal. Auch müssen sie nicht mehr den Kostenanteil für Familienangehörige in die 110 Euro mit einrechnen.

Ab 2014 Jahr müssen Unternehmen, die ins Ausland exportieren, eine so genannte Gelangensbestätigung aufweisen. Was kommt da auf sie zu?

Auch bisher mussten Betriebe es nachweisen können, wenn sie Waren ins Ausland verkauft haben. Dann wurden die Unternehmen in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit. Ab 2014 sieht das Finanzamt die Gelangensbestätigung als zentralen Nachweis für den Export an. Das ist jeder Belegnachweis, der folgende Angaben enthält: Name und Anschrift des Abnehmers, Menge
und handelsübliche Bezeichnung der Ware, Angabe von Ort und Monat des Erhalts der Lieferung oder den Ort und Monat der erfolgten Beförderung, das Ausstellungsdatum des Dokumentes sowie
die Unterschrift des Abnehmers.

Zum Jahreswechsel wird sich auch das Reisekostenrecht für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ändern.

Ja, betroffen davon ist unter anderem die Entfernungspauschale. Neu und wichtig ist hier künftig die Festlegung auf eine erste Tätigkeitsstätte, wenn Arbeitnehmer mehrere Tätigkeitsstätten
haben, die sie an mindestens zwei Tagen pro Woche oder mindestens einem Drittel der Arbeitszeit aufsuchen. Ab 2014 gilt: Für Fahrten von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte kann für die
einfache Wegstrecke die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Bei weiteren Fahrten lassen sich die tatsächlich gefahrenen Kilometer
als Dienstreisekosten steuermindernd angeben.

Zum Reisekostenrecht gehören aber auch die Verpflegungs-pauschalen und Übernachtungskosten. Was ändert sich hier?

Ab 2014 gibt es nur noch zwei und nicht mehr drei Pauschalen für die so genannten Verpflegungsmehraufwendungen bei der Reisekostenabrechnung . Sind Arbeitnehmer dann mehr als acht Stunden unterwegs, können sie zwölf Euro abrechnen. Reisen sie 24 Stunden lang, können sie 24 Euro abrechnen. Bei den Kosten der auswärtigen Unterbringung ändert sich, dass sie ab 2014 nur noch die ersten vier Jahre unbegrenzt abzugsfähig sind. Ist ein Arbeitnehmer mehr als vier Jahre für seine Firma auswärts tätig, und das immer am selben Ort, kann er die tatsächlich entstehenden Unterkunftskosten ab dem fünften Jahr höchstens bis zur Höhe von 1.000 Euro pro Monat als Werbungskosten (zur Werbungskosten Definition) abziehen oder sich vom Arbeitgeber steuerfrei erstatten lassen.

In vielen Fällen müssen Unternehmen für ihre Dienstleister Beiträge zur Künstlersozialkasse (KSK) zahlen. Der Beitrag steigt 2014 von 4,1 auf 5,2 Prozent. Wann wird dieser Beitrag fällig?

Der KSK-Beitrag wird für alle Entgelte und Honorare fällig, die Unternehmer, Selbstständige, Vereine und öffentlich-rechtliche Institutionen an selbstständige Künstler und Publizisten
entrichten. Bereits die Gestaltung einer Internetseite durch einen selbstständigen Webdesigner und Auftritte von Musikern auf Betriebsfesten, in Gaststätten oder auf Fastnachtssitzungen können
eine Abgabepflicht auslösen. Nicht abgabepflichtig sind dagegen Honorare an Kommanditgesellschaften und an juristische Personen wie zum Beispiel eine GmbH. Die KSK-Beiträge nicht zu bezahlen kann teuer werden, auch wenn man nicht gewusst hat, dass man
zahlen muss. Es drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Die Steuerberaterkammer München ist die berufliche Selbstverwaltung aller in Oberbayern, Niederbayern und Schwaben niedergelassenen Steuerberaterinnen und Steuerberater. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts und größte Steuerberaterkammer im Bundesgebiet nimmt sie die ihr durch Gesetz übertragenen Aufgaben wahr und vertritt die beruflichen Interessen ihrer mehr als 11.000 Mitglieder.

(Redaktion)


 


 

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