03.09.2010  14:21 Uhr

Solarenergie
E.ON Bayern: Solarboom zwingt Stromnetz in die Knie

München. Die „explosionsartige Einspeisung aus erneuerbaren Energien“, vor allem die geradezu boomartige Photovoltaik-Entwicklung bringe die Stromnetze in Bayern vielerorts an die Grenze der Belastbarkeit, sagte der technische Vorstand der E.ON Bayern AG, Hermann Wagenhäuser.

So seien im E-ON Bayern-Gebiet 2007 rund 10.000 Photovoltaik-Anlagen ans Netz angeschlossen worden. 2008 waren es 17.000, im Jahr 2009 bereits 35.000 Anlagen und 2010 zur Jahreshälfte bereits rund 30.000 Anträge. Von E.ON Bayern würden derzeit täglich 250 dieser Sonnenkraftwerke ans Netz geschlossen.

In vielen Teilen des E.ON Bayern-Netzgebiets seien die Kapazitäten des Stromnetzes mittlerweile vollständig aufgebraucht. Deshalb müsse E.ON Bayern in diesem Jahr allein in Ostbayern einen hohen zweistelligen Millionenbetrag für die umfangreichen Netzausbau- und Verstärkungsmaßnahmen in die Hand nehmen. In Niederbayern wird E.ON Bayern im laufenden Jahr 65 Millionen, in der Oberpfalz 50 Millionen Euro investieren, wobei alleine in Niederbayern aufgrund des Solarbooms 500 neue Trafostationen errichtet werden müssen. In der Oberpfalz muss unter anderem bei Tirschenreuth ein neues Umspannwerk gebaut werden.

Durch die Verkabelung störanfälliger Mittelspannungsfreileitungen wird dem Unternehmen zufolge parallel dazu die Versorgungssicherheit nochmals gesteigert. Wobei Wagenhäuser zufolge Deutschland im europäischen Vergleich bereits heute in Sachen Zuverlässigkeit an der Spitze stehe: Die Nichtverfügbarkeit liegt in Deutschland im Schnitt bei 17 Minuten pro Jahr, in Italien bei 53, in Frankreich bei 58 und in Spanien bei 104 Minuten. Das bedeutet im Umkehrschluss eine Verfügbarkeit von über 99 Prozent. Die Zahlen gelten laut Wagenhäuser auch im Netz von E.ON Bayern, die einer der größten regionalen Netzbetreiber in der Bundesrepublik ist.

E.ON Bayern investiert 2010 rund 250 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau des bayerischen Stromnetzes. Alleine 115 Millionen Euro fließen nach Ostbayern. Vor allem der Solaranlagen-Boom in der Oberpfalz und in Niederbayern erfordert massive Umstrukturierungen und Verstärkungen im 178.000 km langen Mittel- und Niederspannungsnetz.


 

(Stadtmarketing Regensburg)

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