03.11.2009  11:43 Uhr

Bioprodukt Zigarette
Auch Tabak lässt sich umweltschonend anbauen

München. Mike Little, Senior Vice President Operations Santa Fe Natural Tobacco Company, Inc. präsentierte in München sein Buch „Biologischer Tabakanbau in Amerika“, das jetzt auch in Deutschland erschienen ist.

Aus Anlass der Buchpräsentation diskutierte Autor Mike Little mit Dr. Salvador Garibay, vom Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau FIBL und Michi Kern, dem bekannten Gastronom und Pionier des „Organic Lifestyle“ welche Vorteile der nachhaltige Anbau bei der Tabakproduktion hat. Das Gespräch wurde von Dieter Moor (Moderator von „Titel, Thesen, Temperamente“, ARD) moderiert.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Zigaretten aus biologisch angebautem Tabak sind nicht gesünder als solche, die mit konventionell erzeugtem Tabaken gefüllt sind. Es geht Mike Little eigentlich in erster Linie darum, dass der ökologische Anbau wesentliche Vorteile für die Natur und letztendlich auch für die Farmer hat. Das ist insbesondere für die Regionen der USA interessant, in denen Tabak auf großen Flächen angebaut wird. Beim ökologischen Anbau verzichtet man völlig auf Pestizide und Herbizide. So setzt man zwischen die Tabakpflanzen Sonnenblumen, auf denen Marienkäfer leben, die die Blattläuse auf dem Feld unter Kontrolle halten. „Knoblauch ist auch wirksam gegen Schädlinge.“ Und das Umkraut bekämpfen die Farmer, indem sie es ausreißen. „Das ist zweifellos eine schweißtreibende Arbeit, aber gut für die Natur“, erläutert Little. Fruchtfolge verhindert, dass der Boden ausgelaugt wird und hat auch noch einen anderen positiven Effekt: „Die Farmer sind nicht nur ausschließlich vom Tabak abhängig, sondern können auch mit anderen Feldfrüchten Geld verdienen.“

Den Zigaretten, die aus dem so erzeugten Tabak gedreht werden, enthalten im Gegensatz zu den konventionellen Marken keine Zusätze, die den Geschmack beeinflussen sollen. „Hier sind nicht nur natürliche Stoffe wie Zucker, Kakao und Feigensaft üblich, sondern auch Ammoniak oder andere Chemikalien.“

Dass Verbraucher immer mehr natürlich erzeugte Produkte bevorzugen, bestätigt Michi Kern, der in München ein bekanntes veganisches Restaurant betreibt. „Das trifft wohl nicht nur auf Lebensmittel, sondern auch Genussmittel zu.“ Der Kunde sei auch durchaus bereit, für Bio-Produkte etwas mehr auszugeben. „Allerdings nicht allzu viel.“
Dr. Salvador Garibay erläutert, dass an den biologische Anbau heute hohe Ansprüche gestellt werden. Sein Institut prüfe, ob die Voraussetzungen eingehalten werden.

Fernsehmoderator Dieter Moor betreibt in der Nähe von Berlin einen Bio-Bauernhof. Verwunderten Kunden, die den Raucher Moor mit einer Zigarette antreffen, beruhigt er mit dem Hinweis „Ist ein Bioprodukt...“ Raucher, die den Biotabak „Natural American Spirit Blend“ von Santa Fe Co. probiert haben, sind offensichtlich auch davon überzeugt. „Da rauche ich nur, was ich rauchen will“ oder „So muss Tabak schmecken“, meinen sie.


 

(Peter von Bechen)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Peter von Bechen



 


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