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BDI-Konjunkturreport

Talsohle erreicht, Aufstieg wird lang und schwer!

Die Anzeichen für eine Bodenbildung mehren sich. Das ist positiv. Eine Bodenbildung ist aber noch längst kein wirtschaftlicher Aufschwung. Dies erklärte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf anlässlich der Vorstellung des BDI-Konjunktur-Reports kürzlich in Berlin.

„Bei aller Erleichterung über die jüngsten Zahlen müssen wir realistisch bleiben. Der Aufschwung kommt nicht von selbst. Die nachhaltige Erholung wird ein eher längerfristiger Prozess“, sagte Schnappauf. Verglichen mit dem Vorjahr bleibe die Lage angespannt. Der Auftragsrückgang betrug im Mai 2009 im Vergleich zum Vorjahr mehr als 30 Prozent.

„Entscheidend für die deutsche Industrie, deren Anteil am BIP rund 25 Prozent beträgt, ist die Entwicklung des Exports“, sagte Schnappauf. Derzeit spreche wenig dafür, dass die Weltwirtschaft zügig wieder in Gang kommt. „Das führt unvermeidlich zu Kapazitätsanpassungen. Nicht nur die Beschäftigung, auch der Bedarf an Investitionen wird zurückgehen“, so Schnappauf.

Als aktuell größte Herausforderung für die Realwirtschaft bezeichnete der
BDI-Hauptgeschäftsführer die Liquiditätssicherung. „Die Finanzierungssituation hat sich eindeutig verschärft und könnte sich in den nächsten Monaten drastisch verschlechtern“, sagte Schnappauf. „Es geht um viele kleine Schritte zur Lösung der Liquiditätsprobleme der Realwirtschaft, damit nicht durch fehlende Kredite an sich gesunde Unternehmen wegbrechen. Es muss auf jeden Fall vermieden werden, dass erste zaghafte Wachstumstriebe durch fehlende Liquidität abgewürgt werden“, unterstrich Schnappauf.

Die Nachbesserungen beim Finanzmarktstabilisierungsgesetz und die Erleichterungen bei der Neubewertungsrücklage würden zwar helfen, jedoch werde die Eigenkapitalbasis der Banken aufgrund der Basel II-Regelung stärker beansprucht. Diese Regel wirke prozyklisch und damit krisenverschärfend. Sie müsse deshalb rasch modifiziert werden. „Neben dem akuten Krisenmanagement brauchen wir mittelfristig ein Programm für Innovation und Wachstum“, betonte Schnappauf. „Die Industrie ist zentral für mehr Wachstum. Ziel muss es sein, das
Industrieland Deutschland zu stärken. Deshalb müssen alle Maßnahmen
ergriffen werden, die aus der Krise heraus auf einen höheren Wachstumspfad führen“, sagte Schnappauf.

„Es geht nicht um Wachstum nur um des Wachstums willen. Immer mehr
vom Gleichen ist nicht das, was wir unter Wachstum verstehen“, erläuterte
Schnappauf. „Es geht um Innovationen, um neue Technologien. Es geht
darum, Antworten zu geben und Lösungen zu finden für die großen
Herausforderungen der Welt: Klimawandel, Demografie und
Urbanisierung . Erfolgreiche Innovationen bringen automatisch Wachstum –
und Wachstum schafft Arbeitsplätze.“

(BDI)


 


 

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