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Überraschung: Telekom und NetCologne wollen Netze entkoppeln
München. Die angekündigte Partnerschaft der Deutschen Telekom mit dem Kölner Regionalnetzbetreiber NetCologne markiert den Startschuss für die Entkopplung von Telekommunikationsnetzen und Diensten in Deutschland.

Startschuss für die Entkopplung von Telekommunikationsnetzen und Diensten in Deutschland. ©Gerd Altmann / pixelio.de
Das Abkommen sieht vor, dass die Deutsche Telekom für den Zugang zu ihren Endkunden erstmals die Glasfaserleitungen eines Wettbewerbers anmietet und schnelle Internetanschlüsse beiderseitig genutzt werden. Nach einer Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting bedeutet dies einen wichtigen Impuls für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.
Telekommunikationsbranche seit einiger Zeit schon unter Druck
Brüssel setzt die Telekommunikationsbranche seit geraumer Zeit unter Druck, moderne Glasfasernetze auszubauen. Mit der neuen Netzallianz kommen die beiden Unternehmen dieser Zielsetzung entgegen und verweisen auf eine Kostenersparnis, die aus der gegenseitigen Nutzung der Infrastruktur resultiert. Statt eines teuren Ausbaus eigener Netze werden die bestehenden Strukturen gemeinsam besser ausgelastet. NetCologne mietet im Gegenzug VDSL-Anschlüsse der Telekom in gemeinschaftlichen Versorgungsgebieten in Nordrhein-Westfalen.
Grundstein für die neue Zusammenarbeit legte die Bundesnetzagentur
In dem von ihr ins Leben gerufenen Next Generation Access Forum (NGA) einigte sich die Behörde mit Branchenvertretern auf Vorprodukte und Leistungen sowie eine Standardisierung von Prozessen und IT-Schnittstellen. Die Übereinkunft bildet die Basis für eine mögliche Trennung von Netzen und Diensten.
„Diese Entkoppelung bedeutet ein grundlegendes Umdenken in der Telekombranche“, sagt Peter Hascher, Telekommunikations-Experte bei Steria Mummert Consulting. „Künftig wird es - wie schon jetzt in der Energiebranche – eine untergeordnete Rolle spielen, wem die Netzinfrastruktur gehört.“
Das macht auch volkswirtschaftlich Sinn. Es spart Kosten, weil ein paralleler Ausbau von Netzen vermieden wird und setzt gleichzeitig Investitionsanreize. Am Markt wird sich so eine neue Dynamik entfalten. „Die Kooperationsmöglichkeiten sind äußert vielfältig und bieten sich gerade auch in branchenfremden Geschäftsfeldern an, beispielsweise mit Versorgern oder Stadtwerken“, so Peter Hascher.
Dass die Telekommunikationsunternehmen in neue Branchen streben, zeigt der jüngste „Branchenkompass 2011 Telekommunikation“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Danach planen 86 Prozent der Firmen bis 2013 den Auf- und Ausbau neuer Geschäftsfelder. Im Jahr zuvor war dagegen die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Partnern noch gering: Nur neun Prozent äußerten sich 2010 zustimmend.
(Redaktion)
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