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IOC-Vizepräsident Thomas Bach

„Ich bin zuversichtlich für den Besuch der Evaluierungskommission in München“

IOC-Vizepräsident Thomas Bach im Interview über die Aufgaben der Evaluierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und die Stärken der Münchner Bewerbung.

Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Bewerbungsgesellschaft München 2018, saß als Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees bereits zweimal einer Evaluierungskommission vor. Bei der Vergabe der Winterspiele des Jahres 2002 nach Salt Lake City und der Vergabe der Sommerspiele des Jahres 2004 nach Athen führte er die Evaluierungskommission an.

Thomas Bach, Anfang März wird die Evaluierungskommission des IOC die Kandidatenstadt München besuchen. Was ist die Aufgabe der Delegation? 

Die 14 Mitglieder der Kommission werden unter Führung von Gunilla Lindberg unser Bid Book genau unter die Lupe nehmen. Die fünf Tage, in denen die Kommission hier ist, wird sie vor allem im Konferenzraum verbringen. Ihre Aufgabe ist es, stellvertretend für alle wahlberechtigten IOC-Mitglieder die drei Bewerbungen zu prüfen und auf ihre Machbarkeit zu untersuchen. Dazu präsentieren wir jedes einzelne Kapitel unseres Bewerbungsdokuments und führen die Delegation zu den möglichen Sportstätten für Olympische und Paralympische Winterspiele in München, Garmisch-Partenkirchen und der Kunsteisbahn am Königssee. Am Ende schreiben die Mitglieder zu jedem Bewerber einen Bericht, der den IOC-Mitgliedern als Entscheidungsgrundlage dienen kann.

Wie groß ist denn die Bedeutung dieses Berichts? 

Der Stellenwert ist abhängig von den Inhalten des Berichts. Das kann also sehr unterschiedlich sein. Als Vorsitzender der Kommission habe ich großen Wert darauf gelegt, eine Risikoanalyse vorzunehmen und die Bewerber zu bewerten. Eine solche Analyse wäre für München 2018 bestimmt ein Pluspunkt.

Welche Stärken kann München 2018 beim Besuch der Evaluierungskommission ausspielen? 

Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich das Team und die Orte München, Garmisch-Partenkirchen sowie die Kunsteisbahn am Königssee von ihrer besten Seite präsentieren werden. Wir können der Delegation durch die Erfahrungen bei der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen und der Bob- und Skeleton-WM am Königssee anschaulich nahe bringen, was wir immer wieder als unsere Stärken hervorheben: Wir bieten Spiele für die Athleten. Sie fühlen sich wohl hier, weil wir die Begeisterung und Leidenschaft für den Wintersport leben und das wäre auch 2018 so. Zudem zeigen wir, wie sich Wintersport zeitgemäß und umweltfreundlich entwickeln kann.

Aber einen neuen Markt kann München nicht bieten… 

Dafür aber einen wichtigen Markt. Am 6. Juli wird eine Grundsatzentscheidung getroffen: Will man mit den Olympischen Spielen immer wieder neue Gebiete erschließen oder sich von Zeit zu Zeit auch um die Wurzeln kümmern, um wieder Kraft zu tanken? Deutschland ist eines der Kernländer des Wintersports, aber auch hier muss man immer wieder mal einen Anreiz schaffen, den Nachwuchs zu fördern und den Sport weiter zu entwickeln.

Es wird oft davon gesprochen, dass sich die Kommission mit Gegnern treffen wird. Wie stehen Sie dazu? 

Ein solches Gespräch würde ich sehr begrüßen. Ich selbst habe mich als Vorsitzender der Kommissionen immer auch mit den Kritikern oder Gegnern zusammengesetzt. Im Anschluss kann man die Argumente der Kritiker mit den Fakten vergleichen. Dem Ergebnis sehe ich im Fall von München sehr zuversichtlich entgegen.

Welche besonderen Eindrücke haben Sie aus den beiden Kommissionen, die Sie geleitet haben, mitgenommen? 

Mich hat es jedes Mal beeindruckt, wenn die Menschen vor Ort von der Bewerbung ihrer Stadt und der Olympischen Idee begeistert waren. Es ist faszinierend zu sehen, mit welchem Elan und Engagement sich das Team, die Volunteers und auch die Bürger für ihre Bewerbung einsetzen. Mit dieser Gastfreundschaft und Leidenschaft wird auch das München 2018-Team die Delegation empfangen.

Vielen Dank.

(Bewerbungsgesellschaft München)


 


 

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