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Die ' Big five' bei Tisch

Als 'Große Fünf' bezeichneten Großwildjäger früher fünf bestimmte Tiere in Afrika, die besonders anspruchsvoll zu jagen waren. Auch heute gibt es noch Safaris rund um die 'Big five'; zum Glück geht es dabei aber nur noch um das Anschauen oder Fotografieren.

'Was hat dies denn nun mit den Tischsitten zu tun?' höre ich Sie förmlich fragen.

Bei den 'Big five bei Tisch' handelt es sich um die wichtigsten Verhaltensweisen während eines gemeinsamen Essens. Das, was den größten Eindruck – positiv oder negativ – auf die Tischgesellschaft macht. Statt um Löwe, Elefant oder Nashorn geht es also um Brot, Serviette oder Glas.

1. Geräusche

Schmatzen, Schlürfen oder Rülpsen sind im asiatischen Umfeld durchaus erlaubt, manchmal sogar erwünscht. Im europäischen Raum verzichten wir aber strikt auf diese Art der Geräuschbelästigung. Auch das Reden mit vollem Mund oder das Quietschen des Bestecks über dem Teller gehören dazu.

2. Serviette

Die Serviette ist nicht als Dekoration gedacht, sondern dient dem Schutz der Kleidung. Legen Sie sie sich also auf den Schoß (die Befestigung im Kragen oder am Gürtel mag zwar praktisch sein, sieht aber immer nach einem Comic aus).

Die zweite Aufgabe des Mund- oder Tellertuchs – wie es früher hieß – ist die Vermeidung von Abdrücken auf dem Glas. Also: Mund abtupfen, bevor Sie zum Glas greifen.

Nach dem Essen wird sie, locker zusammengefaltet, links neben dem Teller abgelegt. Dies gilt auch für den Fall, dass Sie während des Essens den Tisch verlassen müssen.
Nur Banausen knüllen eine Serviette zusammen und lassen sie auf dem Teller liegen.

3. Glas

Gläser, die einen Stiel haben, werden auch dort angefasst. Ihre Finger haben am Kelch nichts zu suchen, das gibt nicht nur unschöne Abdrücke, es erwärmt auch das Getränk.
Gläser ohne – oder nur mit einem sehr kurzen – Stiel, fassen Sie im unteren Drittel an.

4. Besteck

Das Besteck eignet sich nicht gut zum Brücken bauen. Legen Sie Messer, Gabel oder Löffel vollständig auf dem Teller ab und achten Sie darauf, dass sie die Tischdecke nicht wieder berühren. Das gekreuzte Besteck signalisiert: 'Ich will noch weiter essen', das parallel auf der rechten Seite (Position etwa 17.00 Uhr) geparkte sagt: 'Ich bin fertig'.
Kaffeelöffel gehören auf die Untertasse. Das Ablecken ist tabu.

5. Brot

Auch, wenn es so oft anders praktiziert wird: Das Brot als Beilage zum Mittag- oder Abendessen wird gebrochen und stückweise, eventuell mit Aufstrich versehen, verzehrt.

Stulle schmieren – lieber nicht! Und auch das ‚Aufstippen‘ von Soße sollte man öffentlich lassen!

Wenn Sie diese fünf Empfehlungen in Ihrem Repertoire haben und berücksichtigen, haben Sie schon fast gewonnen. Es gibt zwar immer noch jede Menge kleiner Stolpersteine, aber die Richtung stimmt schon mal und Ihr erster Eindruck wird sich positiv gestalten.

Anders als die ‚Big five‘ in Afrika sollten diese Empfehlungen allerdings täglich zu sehen sein, sie sind nichts Besonderes, sondern gehören nun ganz selbstverständlich zu Ihnen.

(Marlies Smits)


 


 

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