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Schlecker-Betriebsrätinnen gehen in Nürnberg auf die Straße

"Wir haben weiterhin Hoffnung auf eine eigene Transfergesellschaft, damit die Frauen wenigstens übergangsweise finanziell unterstützt werden und durch Fortbildungsmaßnahmen einen anständigen Arbeitsplatz finden können". Das sagte Gesamtbetriebsrätin Ursula Bieber am Dienstag.

Rund 60 Betriebsrätinnen der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker aus allen Regionen Bayerns haben bei einer Kundgebung in Nürnberg Politik und Handel zur Solidarität aufgerufen. Einige freigestellte oder gekündigte Schlecker-Mitarbeiterinnen seien zwar mittlerweile bei anderen Unternehmen untergekommen, Biebers Angaben nach handle es sich aber überwiegend um Zeitarbeitsverträge oder Jobs auf 400 Euro-Basis. Fast keine der Frauen verdiene bei ihren neuen Arbeitgebern mehr als acht Euro in der Stunde, kritisierte sie.

Prozesslawine erwartet

Manfred Wages, Betreuer bei der Gewerkschaft ver.di für die Schlecker-Beschäftigten, sieht deshalb den Einzelhandel in der Pflicht: "Wir appellieren mit dieser Kundgebung an die Mitbewerber und den Handel allgemein, Schlecker-Beschäftigte einzustellen und das zu fairen Bedingungen." Er gehe von einer Prozesslawine aus, sollte keine Transfergesellschaft und auch kein Solidaritäts-Fonds eingerichtet werden. Jede dritte ehemalige Schlecker-Angestellte habe bereits Klage eingereicht. Es sei zu erwarten, dass auch ein großer Teil der verbliebenen 13.800 Beschäftigten nach Erhalt ihrer Kündigung rechtliche Mittel prüfen werde.

Bayerns Regierung hat Bürgschaft bereits abgelehnt

Für die Schlecker-Transfergesellschaft sei eine Bürgschaft durch Sicherheiten in Höhe von 10,6 Millionen Euro notwendig gewesen, erinnerte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Markus Rinderspacher, bei der Kundgebung. Dazu habe die bayerische Staatsregierung aber Nein gesagt. "Die gleiche Summe muss der bayerische Steuerzahler derzeit alle zehn Tage für die Zinsen des Landesbank-Milliardenkredits zahlen", rechnete Rinderspacher vor.

(dapd-bay Roland Beck)


 


 

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