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Moderne Trauerarbeit

Grabsteine mit QR-Code

Der in Deutschland lebende Steinmetz Timothy Vincent bietet Grabsteine mit eingearbeitetem QR-Code an, berichtet das Nachrichtenmagazin DerWesten. Bisher werden QR-Codes hauptsächlich in der Werbung eingesetzt.

Die quadratischen Embleme können mithilfe von Smarphones gescannt werden. Dadurch öffnet der mobile Browser dann automatisch eine Internetseite, auf der die Hinterbliebenen die Erinnerung an einen Verstorbenen lebendig halten können. Vincent ist davon überzeugt, dass sich die internetfähigen Grabsteine in Zukunft durchsetzen werden. "Die neuen Medien bringen neue Möglichkeiten, die uns vielleicht anfangs seltsam erscheinen. Ich sehe nicht, was an solchen Grabsteinen schädlich sein soll. Jeder soll selbst entscheiden, ob er die Technik will. Einen Kulturverfall sehe ich jedenfalls nicht", sagt Christine Pernlochner-Kügler, Chefredakteurin des Trauerportals Aspetos.

"Integration des Verlustes ins Leben"

Die Intention hinter der Idee ist, den Menschen mit einem digitalen Schrein die Trauerarbeit zu erleichtern. "Früher wurde Trauer durch Loslassen bewältigt. Heute wird versucht, den Verlust ins Leben zu integrieren. Die Hinterbliebenen geben den Verstorbenen einen neuen Platz in der Erinnerung. Das Zusammenstellen solcher Rückblenden ist im Internet oft einfacher", so Pernlochner-Kügler. Was sich hinter dem QR-Code befindet, können die Angehörigen frei entscheiden. Von der einfachen Namensnennung mit Sterbedatum bis zu umfangreichen Sammlungen von Fotos, Videos und Musik, die mit dem Verblichenen in Zusammenhang steht, ist alles möglich.

Standard der Zukunft?

Für Vincent eröffnet der Internet-Grabstein völlig neue Möglichkeiten. Er glaubt, dass die Internet-Hinterlassenschaft Kommunikationsanreize für Leute bietet, auch für solche, die den Verstorbenen nicht direkt kannten.

"Ich kann mir gut vorstellen, dass sich solche Grabsteine zum Trend entwickeln, allerdings sind wir davon noch weit entfernt. Die jüngere Generation, deren Sozialverhalten von sozialen Medien geprägt ist, wird das als etwas ganz normales erleben. Die Möglichkeiten online Kerzen zu entzünden, Kondolenzen zu hinterlassen oder Profile für Dahingeschiedene einzurichten wird auf unserer Plattform schon eifrig genutzt", erklärt Pernlochner-Kügler.

(pressetext.com)


 


 

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