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Interview Doris und Ulrike Stahl

"Wir sind sehr stolz auf unser internationales Familienunternehmen!"

„stahldust macht Wissen sichtbar.“ stahldust, das sind die Schwestern Doris und Ulrike Stahl. Seit über zehn Jahren arbeiten sie als Coaches mit Existenzgründern und Selbständigen und stellen diesen ihre Marketingexpertise zur Verfügung. business-on.de sprach mit den Schwestern über ihr Unternehmen, Teleseminare und über ihre Erfolgstipps für Existenzgründer.

business-on.de: Sie haben mit dem Modell marketingT ein Konzept geschaffen, Marketingwissen breitflächig an Existenzgründer und Selbständige zur Verfügung zu stellen und zu teilen. Wie sind Sie darauf gekommen, was ist die Philosophie hinter diesem Konzept?

Doris Stahl: Die meisten Einzelunternehmer haben keine selbständigen Vorbilder in der Familie oder im Freundeskreis. Auch ihre Schulzeit und ihr Berufsleben haben sie nicht auf das vorbereitet, was alles in der Selbständigkeit auf sie zu kommt. Existenzgründerkurse vermitteln gutes Grundlagenwissen, bei der Umsetzung sind die frisch gebackenen Unternehmer dann aber auf sich gestellt. Sich selbständig zu machen ist eine sehr emotionale Reise. Die meisten schlagen sich 'learning by doing' alleine durch.

Nach dem Motto „Lieber clever zusammenarbeiten als alleine kämpfen“, haben wir nach einem Weg gesucht, speziell Einzelunternehmer miteinander zu vernetzen. Das Ganze sollte weder viel Zeit noch viel Geld beanspruchen, denn beides ist bei Kleinunternehmern meist knapp. Also haben wir Coaching , eine Multimedia-Bibliothek und die Plattform zum Austausch in ein Programm mit monatlich wechselnden Themen rund um Marketing, Verkauf und Persönlichkeit gepackt. Die Selbständigen können sich dabei über das Internet und in Teleseminaren miteinander austauschen. So holen sie sich kontinuierlich Ideen, Tipps und Motivation , ohne dazu ihren Schreibtisch verlassen zu müssen.

business-on.de: Sie sind bekannt für die Aussage „Wir machen Wissen sichtbar“. Was können wir uns darunter vorstellen?

Doris Stahl: Wir erleben immer wieder, wieviel Wissen gerade selbständige Dienstleister auf ihrem Fachgebiet haben. Sie haben hervorragende Ausbildungen gemacht und bilden sich auf eigene Kosten regelmäßig weiter. Leider macht Wissen alleine noch nicht satt. Wir leben von dem, was wir auch tatsächlich verkaufen. Deshalb unterstützen wir durch unsere Aktivitäten und Angebote Selbständige dabei, ihr vorhandenes Wissen in griffige Angebote zu übersetzen und diese am Markt authentisch und überzeugend zu verkaufen.

business-on.de: Sie sind Schwestern und führen gemeinsam Ihr Unternehmen stahldust. Eine von Ihnen ist in der Schweiz wohnhaft, die andere in London. Wie funktioniert Ihr unternehmerischen Arbeitsalltag auf diese Distanz?

Ulrike Stahl: Gerade als Schwestern, die sich sehr ähnlich sind, hilft uns die Distanz auf jeden Fall, uns auf unsere Stärken zu konzentrieren und immer den professionellen Respekt zu wahren. Der eigentliche Grund ist aber, dass wir von Anfang entschieden haben, unser Unternehmen so aufzubauen, dass wir von überall arbeiten können. Dank der modernen Technologien arbeiten wir, als säßen wir im gleichen Büro. Wir kommunizieren über Skype, so können wir uns sehen und hören. Unsere Daten haben wir auf einem virtuellen Speicher, auf den wir beide zugreifen können. Vierteljährlich treffen wir uns an schönen Orten zu unserem Direktorinnenmeeting und genießen den persönlichen unternehmerischen und schwesterlichen Austausch.

Wir sind beide sehr neugierig, lesen viel und beobachten auch den internationalen Markt sehr genau. Daraus entstehen unzählige Ideen. Doris kümmert sich darum, diese Ideen in unserem Angebot unterzubringen und ich habe bei der Vermarktung den Hut auf. Nachdem wir uns bei unseren Telinaren ja nicht sehen, haben wir gelernt, uns blind zu vertrauen und spielen uns die Bälle zu. Inzwischen arbeitet auch unsere dritte Schwester Gisela bei uns mit – sie lebt in Deutschland. Wir sind sehr stolz auf unser internationales Familienunternehmen!

business-on.de: Inwieweit haben sich Marketingprozesse für Existenzgründer und Selbständige in den letzten Jahren durch die neuen Kommunikationsmittel- und wege und auch durch den zunehmenden Einsatz von Mobile Marketing gewandelt?

Ulrike Stahl: Dank Internet und Social Media haben Selbständige eine Stimme erhalten, die weit über den geographischen Marktplatz hinaus zu hören ist. Dabei ist nicht Geld der entscheidende Faktor, sondern die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen sowie Originalität und Kontinuität. Wir finden, die großen Unternehmen haben einen wichtigen Wettbewerbsvorteil verloren. Kleinunternehmer haben heute die Chance, gerade für sehr spezielle und individuelle Angebote genügend Kunden zu finden. Chris Anderson hat in seinem Buch "The long tail" die Marktfähigkeit von Nischenangeboten ja sehr anschaulich beschrieben. Social Marketing hat vor allem in Deutschland sicherlich seine Grenzen noch nicht erreicht und Mobile Marketing wird für Kleinunternhemer in Zukunft noch eine sehr große Rolle spielen. Das stärkt unsere Überzeugung, dass jeder Dienstleister mit einem klaren Produkt und einer klaren Zielgruppenausrichtung auch ohne großes Marketingbudget erfolgreich sein kann.

business-on.de: Sie selber bedienen sich sehr stark des Kommunikationsmittels Teleseminare. Worin sehen Sie den großen Vorteil von Teleseminaren, was sind Ihre Erfahrungen mit diesem Instrument?

Doris Stahl: Telinare sind interaktive Seminare per Telefonkonferenz. Ich habe diese Trainingsmethode vor 10 Jahren in den USA entdeckt. Wir waren beide sofort davon begeistert, weil es technisch so einfach ist und gleichzeitig ermöglicht, Menschen überregional miteinander ins Gespräch zu bringen, sie zu trainieren und zu coachen. Das ermöglicht es uns und unseren Kunden, von wo immer wir gerade sind, teilzunehmen. Wir sehen uns am Telefon zwar nicht, aber unsere Erfahrung zeigt, dass Menschen dadurch dichter an ihren Emotionen sind. Wenn wir dann durch nützliche, interessante Inhalte die Aufmerksamkeit der Teilnehmer fesseln, beschleunigen wir so das Lernen, den persönlichen Austausch und den Transfer in die eigene Situation. Wir haben für unsere Telinare ein interaktives Format entwickelt, das erlaubt, Inhalte anschaulich und in gut verdaulichem Umfang zu vermitteln und dabei die Erfahrungen der Teilnehmer mit einzubauen. Das schafft eine äußerst fruchtbare Atmosphäre, in der sich Selbständige gehört und verstanden fühlen. Die Teilnehmer setzen das Gelernte sofort in ihre Praxis um und reflektieren dann im nächsten Telinar ihre Erfahrungen. Das schafft die Kontinuität, die für die Selbständigkeit so wichtig ist und erlaubt gleichzeitig Unternehmen und Unternehmerpersönlichkeit weiterzuentwickeln.

business-on.de: Was sind aus Ihrer Erfahrung die größten Stolpersteine zu Beginn einer Selbständigkeit?

Ulrike Stahl: Das sind aus meiner Sicht zwei Dinge: Viele arbeiten zu lange im stillen Kämmerchen an ihren Ideen und daran, noch besser zu werden, anstatt sich und ihr Angebot am Markt zu zeigen. Gerade bei Frauen beobachten wir einen immensen Perfektionsanspruch, der sie nahezu paralysiert, wenn es um Marketing und Verkaufen geht. Dazu kommt: Viele Selbständige arbeiten alleine und lassen sich womöglich von ihrem Umfeld, das den Schritt in die Selbständigkeit kritisch beäugt, noch verunsichern. Sie holen sich zu wenig Unterstützung von Gleichgesinnten.

Und zweitens überschätzen wir meist, was wir in einer Woche erreichen können und unterschätzen gleichzeitig, was innerhalb eines Jahres erreichbar ist, wenn wir uns wirklich fokussieren. So werden viele Aufgaben und Projekte gleichzeitig angepackt und zu früh aufgegeben, weil sich keine Erfolge einstellen.

business-on.de: Was sind Ihre drei Erfolgstipps an Gründer und „junge“ Selbständige, um Ihr Business rasch zu einem Erfolg zu führen?

Doris Stahl: „Gut ist gut genug!“ Dieses Mantra nutzen auch wir, um unser Angebot, unsere Artikel, unser Buch schneller herauszubringen. Das ist keine Einladung, zweitklassig zu sein. Es geht vielmehr darum, anzuerkennen, dass die Mehrheit der Unternehmerinnen mit denen wir arbeiten, schon mit 80% des Aufwandes Bestleistung bringen.

Wir sagen: „Mach`s einfach und dann mache es einfach.“ Viele Selbständige verkomplizieren Dinge, indem sie zuviel in ihre Angebote hineinpacken. Wir empfehlen gerade am Anfang mit „easy win“ Produkten schnell auf den Markt gehen, um sie zu testen. Das spart Zeit und Geld und bringt Umsatz. Auch hier ist mit 'easy win' nicht ein zweitklassiges oder dilettantisches Angebot gemeint, sondern eine rasche, nützliche und leicht verständliche Präsenz auf dem jeweiligen Markt.

Und vor allem: „Lieber clever zusammenarbeiten, als alleine kämpfen. Jede von uns hat seit Jahren ihre eigene Erfolgspartnerin, mit der sie sich wöchentlich über das austauscht, was sie zu tun plant und inwieweit der Plan für die vergangene Woche umgesetzt wurde. Ein intensivere, bessere und günstigere Unterstützung kann man kaum finden. Wir empfehlen jeder und jedem Selbständigen, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und Erfolgspartnerschaften oder Erfolgsteams zu bilden.

business-on.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Weitere Informationen über stahldust finden Sie unter www.stahldust.com

(Redaktion)


 


 

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