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Umsätze im bayerischen Einzelhandel um 3,4 Prozent zurückgegangen

Der bayerische Einzelhandel blickt mit zwiespältigen Gefühlen auf das laufende Geschäftsjahr. "Ein Käuferstreik ist derzeit nicht in Sicht, auch wenn die vorliegenden Umsatzzahlen wirklich keinen Grund zur Freude geben", sagte der Präsident des Landesverbands des Bayerischen Einzelhandels (LBE), Michael Krines, am Mittwoch in Nürnberg anlässlich der 63. Jahrestagung des Verbandes. So bleibe die finanzielle Situation für die Mehrzahl der Betriebe "sehr angespannt".

Nach Angaben des Verbands sanken die Umsätze in den ersten drei Monaten dieses Jahres real um 3,4 Prozent. Besonders stark habe es die Textilbranche mit einem Minus von über 14 Prozent getroffen, was nach Einschätzung von Krines auch am schlechten Wetter lag. Dagegen habe sich der Umsatz bei Unterhaltungselektronik mit einem Zuwachs von 7,3 Prozent weiter gut entwickelt. Der Verbandspräsident ergänzte auf Anfrage, dass gegenüber dem allgemeinen Rückgang auch der
Internet-Handel noch zulege, wenn auch das Wachstum sich verlangsame.

Einen Ausblick auf das Gesamtjahr wagte Krines nicht. "Die Auswirkungen der Finanzkrise sind derzeit nur schwer abzuschätzen. Insofern wäre es absolut unseriös, jetzt Umsatzzahlen zu präsentieren", begründete er. Entscheidend seien die
Arbeitslosenzahlen. Wenn es hier in der zweiten Jahreshälfte einen deutlichen Anstieg gebe, werde sich das auch im Einzelhandel negativ bemerkbar machen. Krines zeigte sich aber zuversichtlich, dass dies im Rahmen bleiben werde. "Ich bin optimistisch, dass es keine fünf Millionen Arbeitslosen werden", sagte er.

Rosiger als viele andere sieht Krines die Situation von Karstadt und Co. «Die Kauf- und Warenhäuser sind noch lange kein Auslaufmodell», sagte der Verbandspräsident. Sie seien "unerlässliche Frequenzbringer" und in vielen Städten das Herz der Innenstadt. Gut ein Drittel der derzeit rund 210 Häuser seien nicht überlebensfähig,
die verbleibenden zwei Drittel hätten aber gute Chancen.

Krines wandte sich deutlich gegen Vorwürfe der Milchbauern im Bezug auf den angeblich zu niedrigen Milchpreis. Daran seien nicht Discounter und Supermärkte schuld, sondern der Einbruch bei der Nachfrage nach Milch und die deutliche Überproduktion. Die am Markt mit der Milchindustrie ausgehandelten Preise habe der Einzelhandel an die Verbraucher weitergegeben, wovon auch die Kunden profitierten.

Der Verbandspräsident zeigte zwar Verständnis für die Bauern und deren Wunsch nach fairen Erzeugerpreisen. Er sprach sich aber klar gegen staatliche Eingriffe aus:  " Bei allem Verständnis für die schwierige Situation der Milchbauern: Wenn zuviel Milch produziert wird, kann auch kein Runder Tisch und kein Milchgipfel die Gesetze
von Angebot und Nachfrage aushebeln."

ddp/rhb/mwa

(ddp)


 


 

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